WILHELMSHAVEN - Stefan Becker ist jetzt offiziell Oberbürgermeister-Kandidat. Der 49-jährige Unternehmer hat am Dienstag im städtischen Wahlamt seine Unterstützerunterschriften eingereicht. Der gebürtige Wilhelmshavener, bekannt auch als mehrfacher Welt- und Europameister im Kung-Fu und Kickboxen, setzt auf Sieg. „Das ist für mich wie im Sport – ein zweiter Platz ist eine Niederlage.“
Becker ist parteilos. Er begründet seine Kandidatur damit, dass es den etablieren Parteien nicht gelungen sei, sich auf ein „politisches Schwergewicht“ als Gemeinschaftskandidaten zu einigen. Offenbar gehe es denen nur „um Posten, Positionen und Ämter. So darf es nicht weiter gehen“.
Als Unabhänger sieht Becker sich als Alternative für die Nicht-Wähler der Kommunalwahl – und das waren 2006 fast 60 Prozent der Wahlberechtigten. Er wolle sich als „Meister aller Bürger“ ohne Rücksicht auf Parteiinteressen für Wilhelmshaven einsetzen. „Wilhelmshaven muss attraktiver werden, damit wir wieder mehr Einwohner bekommen.“ Dabei helfen soll ein City-Manager, ein Fachmann fürs Stadtmarketing, den er bei der WTF installieren möchte.
Becker will die Kommunikation im Rathaus und mit der Wirtschaft verbessern. Die Wirtschaftsförderung solle stärker auf Unternehmen zugehen, um sie für Wilhelmshaven zu gewinnen. Großes Potenzial böten die Studenten der Jade Hochschule. Die Stadt müsse ihr Geld effizienter ausgeben. Die Beteiligungsverwaltung sollte entknotet, überflüssige Gesellschaften aufgelöst werden. Auf jeden Fall als städtische Einrichtung erhalten will Becker das Reinhard-Nieter-Krankenhaus. Ihm gehe es um die Bürger. „Familienfreundlichkeit, Lebens- und Wohnqualität, das sind entscheidende Worte für die Zukunft.“
Becker ist verheiratet, hat zwei Söhne, lebt in Bant und hat einen Hund. Kommunalpolitisch war er bislang nur als Journalist aktiv. Verwaltungserfahrung habe er nicht, räumt Becker ein. „Aber eine Stadt wird genauso geführt wie eine Firma.“
