Hannover/Düsseldorf - Die Hochwasserlage hat sich am Heiligabend in vielen Gebieten von Niedersachsen verschärft. Eine Akutwarnung gab es für Rodenberg (Landkreis Schaumburg), auch in Sarstedt (Landkreis Hildesheim) und Hann. Münden (Landkreis Göttingen) war die Situation prekär. Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz, vielerorts wurde mit Sandsäcken versucht, gegen die Wassermassen anzukämpfen. Für den Harz gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) Unwetterwarnungen heraus. Auch vor Orkanböen auf dem Brocken wurde gewarnt. Im Landkreis Göttingen sind 1500 bis 1800 Einsatzkräfte im Einsatz, der Kreis rechnet mit Höchstständen an Flüssen über die gesamten Weihnachtstage.
„Wir haben eine sehr nasse Phase, der Regen wird nicht so schnell abreißen“, sagte eine DWD-Sprecherin am Sonntag. „Die Lage ist angespannt in Niedersachsen, in vielen Bereichen gibt es mittleres oder großes Hochwasser“, betonte sie. Nach dem Sturmtief „Zoltan“ ziehen Ausläufer eines Tiefs vom Atlantik über das Festland. Es bleibe nass, tendenziell am späten Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch könne man etwas durchatmen. Neue Niederschläge werden für Mittwoch erwartet.
Nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) hatten am Sonntagmorgen 30 Pegel die dritte von vier Warnstufen erreicht. Diese Schwelle überschritten unter anderem die Flüsse Weser, Aller, Leine und Oker. Bei Stufe drei ist die Überschwemmung von Grundstücken und größeren Flächen sowie von Straßen und Kellern möglich.
In Rodenberg im niedersächsischen Landkreis Schaumburg schützten Feuerwehren und ehrenamtliche Helfer Areale mit Sandsäcken. Der Bürgermeister der Samtgemeinde, Thomas Wolf, berichtete am Sonntagmorgen, dass das Hochwasser über das Wehr fließe. Helfer seien von Haus zu Haus gelaufen, um die Bewohner zu warnen. Sirenen hätten in der Nacht zum Sonntag gewarnt. Insgesamt seien gut 300 Helfer im Einsatz, von der Feuerwehr, aber auch vom Technischen Hilfswerk. So ein Hochwasser habe es in der Gemeinde seit 25 Jahren nicht mehr gegeben.
Auch in Sarstedt wappnete man sich gegen den Druck aus der Innerste. „Die Pegel an der Leine und an der Innerste sind recht hoch“, sagte Bürgermeisterin Heike Brennecke (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Die Innerste mündet an dem Städtchen in die Leine, die stark unter Druck steht. Die Rückhaltebecken liefen voll. Derzeit sei noch alles unter Kontrolle, betonte sie, auch wenn die Pegelstände weiter leicht steigen würden. Das Wasser komme aus dem Harz, wo die Talsperren kaum noch etwas aufnehmen könnten.
Zum ersten Mal sei ein mobiles Hochwasserschutzsystem zum Einsatz gekommen: „Das ist toll gelaufen, es spart Tausende von Sandsäcken.“ Weil das neue System nicht alles regeln könne, habe man zusätzlich Pumpen und viele Tausend Säcke mit Sand gefüllt, auch für die Nachbargemeinden. Luftaufnahmen zeigten die Überflutung der Felder in der Leinemasch südlich von Hannover. In Hildesheim entspannte sich die Lage etwas.
In der Landeshauptstadt war die Feuerwehr nach anhaltendem Regen und teils heftigen Windböen im Dauereinsatz. Es seien viele Wasserschäden in Gebäuden gemeldet worden, zudem mussten auch Bäume beseitigt werden. In den vergangenen 24 Stunden seien die Kräfte zu 52 Einsätzen in Hannover ausgerückt, teilte die Feuerwehr mit.
Auch in Städten wie Lehrte sind die Regenrückhaltebecken vollends ausgelastet und teilweise übergelaufen. Die Stadt rief die Bürger und Bürgerinnen auf, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst zu behelfen und die Kellerzugänge in Eigenregie abzusichern.
In Oldenburg spitzte sich die Lage weiter zu. Die Rückhaltebecken im Bereich der Haaren-Wasseracht könnten weitere Niederschlagsmengen nicht mehr auffangen, hieß es von der Stadt. Die Feuerwehr appellierte an Anwohnende in Gewässernähe, ihr Eigentum und eventuell vorhandene Keller für den Fall von Überschwemmungen zu sichern. Die Einsatzkräfte kümmerten sich vorrangig um akute Gefahrenabwehr. Es wurde zudem dringend empfohlen, Wege entlang der Gewässer zu meiden. Es könne sehr schnell zu gefährlichen Lagen kommen. schwellen an, Deiche weichen auf: Nach tagelangem Dauerregen droht vielen Regionen in Deutschland Hochwasser. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte an Heiligabend vor Hochwassergefahr an vielen Flüssen und Bächen. Vor allem in den Nordwest- und Weststaulagen vieler Mittelgebirge dürften die Regenfälle bis Montag andauern, dabei könnten in einigen Regionen innerhalb von 48 bis 96 Stunden 100 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter herunterkommen, in örtlich sogar noch mehr, teilte der DWD in Offenbach mit. Verstärkt werde die Hochwassergefahr durch teils starkes Tauwetter, beispielsweise im Erzgebirge.
In Niedersachsen erreichten am frühen Sonntagmorgen 30 Pegel die dritte von vier Warnstufen, wie der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mitteilte. Diese Schwelle überschritten demnach unter anderem die Flüsse Weser, Aller, Leine und Oker. Bei Stufe drei ist die Überschwemmung von Grundstücken und größeren Flächen sowie von Straßen und Kellern möglich.
In Hannover war die Feuerwehr wegen des Regens und heftiger Windböen im Dauereinsatz. Es seien viele Wasserschäden in Gebäuden gemeldet worden, zudem mussten auch Bäume beseitigt werden, teilte die Feuerwehr am Sonntagvormittag mit.
In Rodenberg im niedersächsischen Landkreis Schaumburg schützten Feuerwehren und ehrenamtliche Helfer Areale mit Sandsäcken. Der Bürgermeister der Samtgemeinde, Thomas Wolf, berichtete am Sonntagmorgen, dass das Hochwasser über das Wehr fließe. Helfer seien von Haus zu Haus gelaufen, um die Bewohner zu warnen. So ein Hochwasser habe es in der Gemeinde seit 25 Jahren nicht mehr gegeben.
In Sachsen-Anhalt gab die Hochwasservorhersagezentrale Warnungen für Mulde, Aller und Havel heraus. An mehreren Messstellen des Landes waren die Alarmstufen 1 und 2 überschritten, mancherorts die Alarmstufe 3. Auch in Teilen Sachsens wurde diese Stufe an mehreren Pegeln erreicht - etwa in Chemnitz.
In Teilen von Nordrhein-Westfalen bereiteten sich Behörden auf Hochwasser vor. Sorgen machte etwa in Oberhausen ein aufgeweichter Deich an der Ruhr, wie die Feuerwehr mitteilte. In einem Vorort von Münster rettete die Feuerwehr am Samstag eine Frau aus ihrem Auto, das in den überfluteten Bereich der Werse, einem Ems-Zufluss, geraten war. Im Ruhrgebiet machte der Dauerregen der Bahn zu schaffen: In Herdecke wurden Gleise der Strecke zwischen Dortmund und Hagen unterspült.
In Bayern galt in einigen Landkreisen die Meldestufe 3, in den Landkreisen Coburg und Kulmbach sogar mancherorts Meldestufe 4. Betroffen waren vor allem Franken und Ostbayern. In der Nacht zum Sonntag liefen bereits einige Keller voll, mehrere Straßen wurden wegen des Hochwassers gesperrt. Bei Heustreu im Landkreis Rhön-Grabfeld rettete die Feuerwehr am Samstag eine 20-Jährige, die mit ihrem Auto in eine gesperrte überflutete Straße gefahren war, wie die Polizei mitteilte.
In Teilen Bayerns beeinträchtigte starker Wind an Heiligabend den Skibetrieb. „Außer Betrieb“ meldete die Bayerische Zugspitzbahn auf ihrer Homepage für die Seilbahn zu Deutschlands höchstem Berg. Auch ein Lift am Zugspitzplatt fuhr am Sonntag nicht. In Betrieb war aber die Zahnradbahn zur Zugspitze, die am Samstag nicht gefahren war.
An der Alpspitze bei Garmisch-Partenkirchen musste erst die Lawinenkommission die Lage prüfen und die Pisten freigeben. Vielerorts herrschte am Sonntag oberhalb 1500 Metern weiter erhebliche Lawinengefahr.
