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NWZonline.de Region

Europa im Sturzflug?

24.06.2016

Diese Frage lässt sich ohne analytische Auflistung der derzeitigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in Europa nicht mit ja oder nein beantworten. Prognosen über weltumspannende und Europa betreffende Katastrophen sind nie Realität geworden. Nach der Wende 1989 hat Europa etliche Börsencrashs und wirtschaftliche Krisen weitestgehend schadlos überstanden. Auch die terroristischen Aktivitäten haben die Gesellschaft und die Wirtschaft nicht nachhaltig beeinflussen können.

„Ich glaube, dass uns der Laden um die Ohren fliegen kann“, hatte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz vor kurzer Zeit angedeutet. Wenn ein bekennender Europäer dieses Szenario von sich gibt, ist es durchaus möglich, dass von der Europa-Idee in den nächsten Jahren nicht mehr viel übrig bleibt.

Die vielen, unbearbeiteten „Baustellen“ in Europa und die immer stärker werdenden Tendenzen der Orientierung zu populistischen Parteien zeigen deutliche, gewünschte Richtungsänderungen der Bevölkerung Europas auf. Das kommt aber nicht von ungefähr. Die Unzufriedenheit der Bürger über die etablierten Parteien und deren Arbeit, die in weiten Teilen am Volk vorbei praktiziert wird, muss zu politischen Veränderungen führen.

Ich könnte die Aussage von Martin Schulz erweitern mit dem Satz „man hat den Laden nicht mehr im Griff“.

Großbritannien ist in der EU-Frage gespaltener denn je, Griechenland wird nie die gigantischen Schulden an die Gläubigerländer zurückzahlen können, Frau Le Pen will 2017 nach der Stichwahl den EU-Austritt vorantreiben, hochverschuldete Volkswirtschaften wie Italien, Portugal oder Griechenland sind ohnehin „Wackelkandidaten“ im europäischen Verbund, extreme Wettbewerbsschwächen u.a. der Länder Großbritannien, Tschechien, Rumänien und Frankreich tragen nicht zur wirtschaftlichen Stabilisierung innerhalb Europas bei. Es ist auch an der Zeit, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben. Diese haben nur Nachteile für viele deutsche Mittelständler, die dadurch die entstandenen Verluste nicht kompensieren konnten, anders als die Großunternehmen. Die russische Wirtschaft hat die Krise für eigene Kreativität und Innovation vorteilhaft genutzt und sich damit ein wenig unabhängiger gemacht. Nachhaltig hat Russland mehr gewonnen als verloren.

Zuwanderung und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen, gepaart mit religiös geprägtem Terrorismus und einer Willkommenspolitik, die aus einem Aktionismus entstanden ist und nun ihre Schatten, insbesondere auf Deutschland wirft, bedrohen die offenen Schengen-Grenzen. Die fehlgeleitete Einwanderungspolitik und auch die Tatsache, dass die deutschen Steuerzahler enorme Summen für die Zuwanderung aufbringen müssen, fördert nicht das multikulturelle Zusammenleben. Multi-Kulti und Globalisierung zeigen deutliche Grenzen auf. Von der Globalisierung haben vornehmlich Großunternehmen profitiert.Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen hat nach einem Analyseverfahren der Fiskal- und Sozialpolitik errechnet, dass eine Million Flüchtlinge den deutschen Staat (das sind wir Steuerzahler) per Saldo langfristig 450 Milliarden kosten, d.h. pro Flüchtling 450.000 Euro. Dieser Berechnung liegt die Hoffnung zugrunde, dass innerhalb von sechs Jahren eine Integration erfolgt.

Eine Asylantenfamilie mit drei Kindern erhält monatlich ca. 1.000 Euro für den Lebensunterhalt. Kosten für Wohnung, Strom, Gas etc. übernimmt der Staat. Ist ein Asylbewerber länger als 15 Monate in Deutschland wird er als Hartz-IV-Empfänger eingestuft. Berücksichtigt man, dass in Deutschland viele Millionen Menschen im Bereich der Armutsgrenze leben oder durch Ihr Einkommen bei Vollbeschäftigung nicht ausreichend versorgt sind, dann erklärt sich auch aus dieser Tatsache der steigende Frust in der Bevölkerung. Hier ist dringend Handlungsbedarf gefordert (200 Mio. Menschen sitzen im übertragenen Sinn weltweit auf „gepackten Koffern“, 65 Mio. Menschen befinden sich auf der Flucht, vornehmlich aus wirtschaftlichen Gründen).

Fakt ist, dass Fachkräfte dringend benötigt werden, insbesondere im Mittelstand und speziell im Handwerk.

Leider kommen keine Fachkräfte. 70% aller Zuwanderer haben keine Ausbildung und keinen Schulabschluss, 15% sind Analphabeten. Selbst Ministerin Andrea Nahles räumte vor geraumer Zeit ein, dass eine berufliche Integration mindestens zehn Jahre dauern wird. Es ist durchaus möglich, dass von den Flüchtlingen einige Fachkräfte für Übermorgen ausgebildet werden können. Der größte Teil wird aber, nach Anerkennung, viel länger von staatlicher Unterstützung leben müssen. Beispielhaft: Von den Einwanderern in Dänemark, in der Zeit von 2001 bis 2006, sind immer noch 75% arbeitslos.

Die vorstehenden wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Faktoren führen dazu, dass der anhaltende Flüchtlingsstrom durch Grenzschließungen gestoppt wird, die Abkehr vom Schengen-Abkommen und die Rückkehr zum Protektionismus absehbar ist und damit die Europa-Idee eines Tages der Vergangenheit angehören könnte. Die Politiker sind deshalb aufgefordert, dringend wieder Politik für die Bevölkerung zu machen und nicht abstrakt an den Menschen vorbei.

Die wirtschaftliche Situation in Deutschland ist nach wie vor hervorragend, insbesondere im Mittelstand.

Daran haben alle Irritationen der vergangenen 25 Jahre nichts geändert. Das haben wir den Unternehmern und den Mitarbeitern zu verdanken. Auch wenn ein Krisen-Szenario in den nächsten Jahren für Europa unvermeidlich sein könnte, werden Kreativität, Ideenreichtum und das Handeln der Unternehmen einen „Sturzflug“ verhindern. „Ware ist wie Wasser und findet immer ihren Weg“.

Der BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.) trägt auch für eine Transparenz bei und setzt in der Politik dort an, wo Aktivitäten erforderlich sind.

Detlef Blome, Leiter

der Wirtschaftsregion

Oldenburg-Nordwesten-Bremen

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