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NWZonline.de Nachrichten Kultur Kirche

Zahl der Gläubigen schrumpft massiv

03.05.2019

Hannover Die Zahl der Kirchenmitglieder könnte sich in den kommenden 40 Jahren halbieren. Dies ist das Ergebnis einer Prognose des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) der Universität Freiburg, welches die Wissenschaftler für die katholische und evangelische Kirche in Deutschland angefertigt haben. Bei Hochrechnung von demografischem Wandel, Nichttaufen und Austritten würde die Zahl der Kirchenmitglieder von 44,8 Millionen Menschen im Jahr 2017 auf 22,7 Millionen Menschen im Jahr 2060 schrumpfen. Noch drastischer dürfte der Rückgang der Kirchensteuer ausfallen: Die dürfte laut Studie zwar mit rund zwölf Milliarden Euro nominal in etwa gleich bleiben. Allerdings wäre dies so wie ein Lohn, der vier Jahrzehnte lang trotz Inflation nicht erhöht werden würde – mehr als die Hälfte der Kaufkraft wäre dahin.

Die Kirchen bezeichneten die Projektion auch als Auftrag, sich für die Zukunft zu wappnen: „Manches am Rückgang an Kirchenmitgliedern werden wir nicht ändern können. Anderes aber schon“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm.

Auch in Niedersachsen zeichnet sich der Bundestrend ab, auch wenn einzelne Kirchen wie das katholische Bistum Osnabrück keine Zahlen präsentierten: Die Evangelischen Kirchen in Bremen und Oldenburg meldeten gleichgerichtete Prognosen wie das katholische Bistum Hildesheim.

In Deutschlands mit noch etwa 2,6 Millionen Mitgliedern größter evangelischen Landeskirche, der hannoverschen, stellt man sich auf neue Strukturen und mehr Kooperationen mit anderen Landeskirchen ein. Auch mit den Katholiken soll man noch enger zusammenrücken. Landesbischof Ralf Meister sieht in Niedersachsen eine gute Basis für Ökumene: Es sei „ein Geschenk“, es im Land mit „einer so weltoffenen, zugewandten katholischen Kirche mit zwei hervorragenden Bischöfen, die sehr reformorientiert sind“, zu tun zu haben.

Auch die hannoversche Landeskirche sieht die Prognose als Auftrag an. Man könne nicht wissen, was in 40 Jahren sei, sagte Meister. In Hannover setzt man vor allem auf die Kinder- und Jugendarbeit. Denn insbesondere bei neuen Angeboten wie Einschulungs- oder Schulwechselgottesdiensten knüpften junge Familien wieder Kontakte zur Kirche. „In dem Augenblick, wo es Kinder gibt, taucht die Kirche sofort wieder auf“, sagte Meister.

Am System der Kirchensteuer als Haupteinnahmequelle (2017 konnte die Landeskirche dank guter Konjunktur 566,49 Millionen Euro an Einnahmen verbuchen) will der Bischof dagegen nicht rütteln. Zwar rechnen auch die Hannoveraner mit deutlichen Finanzeinbußen – von derzeit 1,1 Millionen Kirchensteuerzahlern bleiben laut Projektion 2060 nur 0,5 Millionen über. Doch Kirche bleibe einer der wichtigsten „nichtkommerziellen Hauptakteure“ der Gesellschaft und sei Erinnerungs- und Werteagentur in einem. Ein Vorteil der Kirchensteuer sei, dass die Einnahmen durch Kirchenparlamente demokratisch kontrolliert seien. Auch sei es sozial gerecht, wenn Gutverdiener mehr zahlten.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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