Delmenhorst - Seinen Einstand als Leiter des Stephanusstifts Delmenhorst vor 16 Jahren hatte Dieter Wortmann mit einem kleinen Skandal begonnen. Damals ließ er eigenmächtig eine Kastanie vor der Einrichtung fällen, die den Bewohnern das Licht nahm – eine Genehmigung hatte er bei der Stadt zuvor nicht eingeholt. Bleiben durfte er trotzdem
Am Freitag war nun jedoch die Zeit des Abschieds gekommen, denn Wortmann geht in den Ruhestand. Zahlreiche Wegbegleiter waren gekommen, um gemeinsam mit dem gelernten Betriebsschlosser, der erst nach einer Umschulung zum Karosserieschlosser den Weg in die Altenpflege gefunden hatte, zu feiern und auf die vergangenen Jahre zurückzublicken.
Uwe Kollmann, kaufmännischer Vorstand des Diakonischen Werkes Oldenburg, würdigte Wortmann als einen Kollegen, der stets mit einer großen Portion Humor und Menschlichkeit, aber auch immer der nötigen Ernsthaftigkeit bei der Arbeit gewesen sei. Stets habe er die Nähe zu den Menschen gesucht und damit für eine außerordentlich gute Vernetzung des Seniorenzentrums in der Stadt gesorgt. Für seinen Einsatz für die Kirche und die Diakonie zeichnete Kollmann Wortmann während der Feier mit dem Kronenkreuz in Gold aus.
Sein Engagement und sein Wesen werde bei der Arbeit fehlen, betonte auch Wolfgang Pape, Vorsitzender des Vereins Stephanusstift, bei seinen Dankeswort in Richtung Wortmann und zeichnet dann das Bild eines Cowboys, der nach getaner Arbeit nun sein Pferd absatteln und auf der Veranda den Sonnenuntergang genießen kann.
Auf die faule Haut legen möchte sich Wortmann im Ruhestand indes nicht. Als Schriftführer des Seniorenbeirats wird er politisch aktiv bleiben. Außerdem wolle er kochen lernen: „Meine Frau hat mich schon bei der Volkshochschule angemeldet – ich bin in dem Kochkursus ’Pizza, Lasagne und Co – Allerlei aus dem Backofen’“, verriet er.
Sein Nachfolger, Axel Stellmann, versprach die Arbeit Wortmanns und seines Teams, weiterzuführen. Der gute Ruf des Stephanusstifts sei zu einem großen Teil Wortmanns Einsatz zu verdanken.
