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NWZonline.de Nachrichten Kultur Kirche

Helden Der Nacht: Pilgerer durch Dunkelheit und Regen

02.10.2019

Vechta Wer am späten Samstagnachmittag aus Goldenstedt, Astrup, Harme oder vom Marienhain her nach Vechta kam, hat möglicherweise am Wegesrand ein merkwürdiges Schauspiel gesehen. Da liefen Männer in zum Teil durchnässter Wanderkluft und trugen in einem großen Tuch einen ihrer Gefährten. Dabei handelte es sich nicht um einen Notfall. Das Tragen war vielmehr Teil und Aufgabe des Pilgerwegs, der an diesem Tag rund 100 Männer nach Vechta führte.

„Mann pilgert“, nannten die Organisatoren um den Vechtaer Kaplan Albert Lüken diese erste Männerwallfahrt im Oldenburger Land. Organisiert und geleitet wurden die Touren von der Jungen Gemeinschaft, der Visbeker Kirchengemeinde St. Vitus, den Vechtaern Georgsrittern, dem Kolpinglandesverband, dem Messdienerteam und dem Vechtaer Andreaswerk.

Ziel der Männer war das St. Antoniushaus. Je nach Wegstrecke, die zwischen fünf und 15 Kilometer betrug, waren die „Helden der Nacht“, wie sich diese Veranstaltungsreihe nennt, mehrere Stunden unterwegs. Auch das durchwachsene Wetter hielt keinen ab. Die ersten Gespräche dienten dem Kennenlernen, kamen die Teilnehmer doch nicht nur aus dem Oldenburger Land, sondern auch aus dem Münsterland und vom Niederrhein.

An ausgesuchten Stellen machten die Gruppen Halt und nahmen ihr Pilgerheft mit Gebeten und Liedern zur Hand. Und dann war da noch die Sache mit dem Tuch. Über eine Strecke von je 100 Metern galt es, einen aus der Gruppe zu tragen. Ein interessanter Perspektivwechsel – für den Mann im Tuch, und für die, die Verantwortung für ihn trugen. Die Tücher mit Griffen hatte der Wilhelmshavener Militärpfarrer Torsten Stemmer aus Marinebeständen mitgebracht.

Zum Abschluss der Pilgerroute feierten Stemmer, Lüken und Molbergens Pfarrer Uwe Börner mit den Männern einen Gottesdienst im Antoniushaus. Begleitet wurden sie von der Visbeker Band „Faith and Chorus“. Malteser aus Vechta und Lohne gaben dabei ein Glaubenszeugnis ab. Bei Bratwurst und Getränken klang der Abend mit Gesprächen aus. „Endlich gibt es mal was für uns Männer. Es tut gut, mit anderen auf dem Weg zu sein und so Gemeinschaft zu pflegen und neue Bekanntschaften zu schließen“, sagte ein Löninger Pilger.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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