Ein namentlich nicht genannter Scherzbold trieb dieser Tage in den FDP-Fraktionsräumen sein Unwesen. Die Person, die unter den Abgeordneten oder Mitarbeitern vermutet wird, tauschte keck die Namensschilder an den Bürotüren aus. So wurde Fraktionschef Christian Dürr (Ganderkesee) zum Fraktionssprecher herabgestuft, Parlamentsgeschäftsführer Christian Grascha zum einfachen Abgeordneten und Sprecher Martin Brüning war plötzlich der Chef. „Christian Dürr ist immer noch Fraktionsvorsitzender“, stellte Brüning klar.
Die rasche Auswechselung von drei Polizeipräsidenten durch den neuen Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat nicht nur die Opposition verärgert, sondern auch die Industrie- und Handelskammer Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim in Not gebracht. Auf der Titelseite des aktuellen IHK-Magazins ist die vom Minister geschasste Osnabrücker Polizeipräsidentin Heike Fischer noch als Beispiel für erfolgreiche Frauen in Führungspositionen abgebildet. „Peinlich und unangenehm“, meint die CDU – für Pistorius.
Zurück zur FDP-Fraktion. Dort gab es Pläne, für die Sommertour wieder den bewährten Mini von Fraktionschef Dürr zu nutzen. Bei der Herbsttour 2012 hatte der Oldtimer immerhin mehr als 3000 Kilometer quer durch Niedersachsen ohne Pannen geschafft. Doch daraus wird nichts. Dürr winkte jetzt ab. Der Mini stehe in seiner Garage und sei völlig hinüber. Fahrwerk, Auspuff und anderes müssten repariert werden. Die Liberalen suchen deshalb dringend nach einem anderen Auto für ihre Sommertour. Einen Oldtimer wollen sie allerdings nicht mehr nehmen. Das würde zu teuer, betonte Fraktionssprecher Brüning. Noch eine „Schrott-Tour“ kann sich die FDP nicht leisten.
