Von der Öffentlichkeit verkannt, von Abgeordneten und Regierung gefürchtet: der Landesrechnungshof. Mit Fritz Müller nimmt einer der führenden Köpfe altersbedingt den Hut. In launiger Runde verabschiedete sich der Cent-Zähler nach 13 Jahren als Vize-Präsident der Behörde. Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) lobte in seiner Rede, dass Müller „die Tugend fiskalischer Selbstbescheidung und Haushaltsdisziplin stets wacker verteidigt“ habe. Im Klartext: eine geizige Spaßbremse für ausgabenwütige Abgeordnete und euphorische Minister. Der Steuerzahler dankt.

Stichwort Landtag: Abriss und Umbau des alten Gebäudes findet unter den strengen Augen eines Kampfmittelräumdienstes statt. „Die Experten verfolgen vor allem die Bohrungen sehr aufmerksam“, berichtet Landtags-Sprecher Kai Sommer. Die Arbeiter dürfen nur weitermachen, wenn der Boden „bombenfrei“ ist. Die Nervosität stieg spürbar, als der „Kriechkeller“ dran war – das gerade einmal anderthalb Meter hohe Gewölbe unter dem Leineschloss. Entwarnung und Aufatmen: Versteckte Bomben werden die baldige Grundsteinlegung für den neuen Plenarsaal nicht gefährden.

Klinkenputzen heißt es für den niedersächsischen Bevollmächtigten in Berlin: Staatssekretär Michael Rüter (SPD) muss für die rot-grüne Landesregierung eine Mehrheit im Bundesrat organisieren für die Initiative Niedersachsens zur vollständigen rechtlichen Gleichstellung von Homo-Ehen. Nach Gesprächen mit anderen Ländern fungiert Rüter jetzt als „Koordinator“ bis zum Votum am 12. Juni. Der Bevollmächtigte ist „guten Mutes, im Bundesrat eine Mehrheit zusammenzubekommen“. „Und dann“, ist Rüter gespannt, „muss die Bundesregierung zeitnah antworten.“