Das finanziell klamme Bad Bederkesa im Landkreis Cuxhaven ist keine eigenständige Ortschaft mehr. Das ist deshalb erwähnenswert, weil der frühere Bürgermeister und Schützenkönig des 5000-Einwohner-Fleckens jetzt im Landtag für dessen Zusammenlegung mit den Nachbarorten zur neuen Stadt Geestland stimmen musste. Ministerpräsident David McAllister (CDU) stellte allerdings in seiner Rede klar, dass weder sein Heimatort noch er selbst von der Landkarte verschwinden würden.

Ein angesägter Stuhl ist in der Politik nicht selten, gar kein Stuhl eher ungewöhnlich. Als Justizminister Bernd Busemann (CDU) zu Beginn der Plenumsitzung auf die Kabinettsbank zusteuerte, war sein Platz leer. „Wo ist mein Stuhl? Mein Stuhl ist weg“, rief der irritierte Minister. Weil ihm niemand helfen wollte, schnappte sich Busemann einfach den Nachbarstuhl von Sozialministerin Aygül Özkan (CDU). Bei Beginn der Debatte saßen alle Minister auf ihren angestammten Plätzen.

Die vom Landtagsdirektor im Oktober verkündete Anschaffung eines „kombinierten Kaltgetränke- und Snackautomaten“ für das Landtagsgebäude betrachten die Grünen als „späte Antwort“ auf die von ihnen seit zehn Jahren jeden Herbst auf dem Fraktionsflur betriebene Apfelkiste. „Wobei die Vorteile klar auf Seiten unseres Natursnacks liegen“, sagte Fraktionsgeschäftsführerin Andrea Schneider. „Äpfel sind gesünder, brauchen keine Verpackung und werden überdies, dank einer Spende der Abgeordneten, kostenlos abgegeben!“

Den im SPD-Schattenkabinett als Finanzminister vorgesehenen Peter-Jürgen Schneider können sich viele besser als Chef der Staatskanzlei vorstellen. Diese Position hatte er bereits früher inne. Schneider lieferte allerdings nun einen triftigen Grund, warum das nicht möglich ist: „Einen grünen Stift hatte ich noch nicht.“ Mit Grün unterschreiben nur die Minister, die Staatssekretäre haben Rot.

Ohne dass die Opposition schäumte, wurde am Mittwoch im Landtag über das von der Klosterkammer verwaltete Vermögen diskutiert. Was allerdings nicht verwunderlich gewesen wäre. Die Stiftung unterhält im ehemaligen Königreich Hannover Dome, Klöster sowie andere Güter und fördert karitative Zwecke. Aber warum kauft die Klosterkammer bitteschön eine Brauerei?, fragte man sich bei SPD, Grünen und Linken. Die Erklärung von Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas war simpel: Bier und Kloster passten historisch einfach zusammen. Der frühere CDU-Abgeordnete trat allerdings Gerüchten entgegen, das „Wölti-Bräu“ werde vor allem für den Eigenbedarf benötigt.

Eine Unterstützerkampagne im Internet hat der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Stephan Weil, vor einiger Zeit gestartet. Unter dem Motto „Wir wählen Weil“ erläutern mehr oder weniger prominente Zeitgenossen, warum sie den SPD-Landeschef als künftigen Ministerpräsidenten von Niedersachsen sehen möchten. Zu den Unterstützern, die für Weil stimmen wollen, gehört auch dessen Bruder Alexander. Der Haken an der Sache: Alexander Weil wohnt in Hamburg und kann seinen Bruder Stephan gar nicht wählen. Das musste jetzt auch die SPD einräumen.