SPD-Fraktionssprecher Frank Jungbluth öffnete in dieser Woche die Tür für einen kurzen Blick ins Innenleben der rot-grünen Koalition. Die Haushaltsgespräche zogen sich über Stunden hin – bis nachts um 1 Uhr, so Jungbluth: „Aber danach lagen sich Johanne Modder (SPD-Fraktionschefin) und Helge Limburg (Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen) in den Armen.“ Wie lange, verriet Fraktionssprecher Jungbluth – wieder ganz schweigsam – nicht.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff (CDU) traut sich nach seinem schlagzeilenträchtigen politischen Ende immer mehr in die Öffentlichkeit. Nächster Termin: Preisverleihung beim Kreativwettbewerb „Islamisches Leben in Deutschland“ in Bremen. Dort hatte Wulff zu Amtszeiten den Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ gesprochen und viel Beifall von Muslimen erhalten. Passend zum Thema fällt diesmal übrigens das Büffet aus: Halal Imbiss. Ob vom Döner nebenan, ist nicht bekannt.

Eigentlich gilt Innenminister Boris Pistorius (SPD) als ein Harter. In lockerer vorweihnachtlicher Runde mit Journalisten öffnete Pistorius eine ganz andere Seite von sich: „Ich lasse mich gern schlagen“, bekannte der Innenminister – um nach einer kleinen Kunstpause die Erklärung hinterherzuschieben: „Im Tischfußball!“ Diese Bitte wurde prompt erhört. Vom amtierenden Junioren-Weltmeister aus Hannover, Mario Velasco. Der knallte dem Innenminister die Bälle mit einer derartigen Geschwindigkeit ins Tor, dass Pistorius nicht mal den Hauch einer Reaktion zeigen konnte. Nur die Personenschützer des Ministers zuckten jedes Mal. Wegen der Knaller.

Breites Lächeln dagegen bei Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) aus Sande. Als die Friedrich-Ebert-Stiftung zu einer Veranstaltung mit dem sexy Titel „Industrie 4.0“ in den Kunstverein lud, reichten die Stühle in dem großen Raum angesichts des Andrangs nicht. Zuhörer mussten auf dem Boden Platz nehmen. Für den gelernten Ingenieur Lies eine ungewöhnliche Erfahrung: Ein trockenes Technik-Thema – „und der Saal ist trotzdem voll“.

Säle füllt auch problemlos der Präsident des Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Rhetorisch brillant und notfalls mit Händen und Füße auf dem Podium für eine gute Sache kämpfend, bedauert Schröder das manchmal falsche Image der Tierfreunde in der Öffentlichkeit: „Zu viel Leute glauben, Tierschützer sind Bauernfresser.“ Kopfschütteln des Nebenmannes auf dem Podium, Grünen-Agrarminister Christian Meyer. Das konnte der Tierfreund positiv werten. Niedersachsens Landwirtschaftsminister glaubt das nicht.