Auf nach Berlin! Der Niedersächsische Landtag darf insgesamt 63 Wahlfrauen und -männer aus allen Fraktionen in die Bundesversammlung am 12. Februar schicken, die den neuen Bundespräsidenten als Nachfolger von Amtsinhaber Joachim Gauck wählt. Natürlich könnte es auch eine Bundespräsidentin sein. In der Vergangenheit reisten Prominente auf dem Ticket der Union in die Bundeshauptstadt. So schickte die CDU beispielsweise mal die Modedesignerin Jette Joop oder auch den Präsidenten des Bauernverbandes, Werner Hilse. Sehr sicher ist, dass diesmal als Nicht-Abgeordneter Bernd Althusmann, designierter CDU-Parteichef in Niedersachsen, aufs Schild gehoben wird. Ansonsten verteilt Fortuna die Tickets nach Lust und Laune: Bis auf den Landtagspräsidenten und den Fraktionschef werden alle anderen bei der CDU im Losverfahren ermittelt.
Bei der Opposition wundert man sich übrigens sehr über die von der Landesregierung ermittelten Kosten für den Untersuchungsausschuss zu islamistischen Gefahren in Niedersachsen. Bisher sollen 2,8 Millionen Euro für 8000 Personalstunden angefallen sein, um Akten zu sichten, aufzubereiten und an den Ausschuss weiterzuleiten. „Aber im Ausschuss sind bisher erst zwei Akten angekommen“, staunt CDU-Mitglied Jens Nacke (Wiefelstede). „Und dafür hat es 8000 Personalstunden gebraucht?“, sinniert der Abgeordnete. Irgendwie kommt Nacke die Kostenrechnung „abenteuerlich“ vor. Sicherheitshalber will er darüber mit Innenminister Boris Pistorius (SPD) reden. Vielleicht im Flieger nach Mexiko und in die USA. Nacke und Pistorius begleiten Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Große Koalition in der Delegation, sozusagen.
Zwei Millionen Euro macht Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) locker für „Geschlechterforschung“. Da geht es um „Materialität von Geschlecht und pädagogischer Autorität“ oder „vergeschlechtlichte In- und Exklusionen“. Man darf wirklich gespannt sein auf die Ergebnisse.
