Frank Oesterhelweg wurde einst im Schattenkabinett von CDU-Chef Bernd Althusmann als Minister gehandelt. Herausgekommen ist ein Amt als einer von vier stellvertretenden Landtagspräsidenten. Nagt so sehr der Frust, dass der Vorsitzende des CDU-Landesverbandes Braunschweig sogar über einen Parteiübertritt nachdenkt? Der Landtagsabgeordnete versicherte jetzt öffentlich, dass er das erste CDU-Mitglied wäre, das nach einer Trennung von CDU und CSU sofort zur CSU wechseln würde – wegen der Flüchtlingspolitik Merkels. Auf dem Sommerfest Niedersachsens in Berlin kursierten in dieser Woche aber noch weitere Namen bekannter CDU-Spitzenpolitiker, die von ihrer Partei die Nase voll haben sollen. Sollte die CSU in Niedersachsen Fuß fassen, wäre die Führungsspitze ganz sicher prominent besetzt. Mal sehen, wie CDU-Landeschef Althusmann diesen Laden in den Griff kriegen will.

Apropos Sommerfest: Niedersachsen blamierte sich in diesem Jahr als Provinz mit seiner großen Party-Sause. Mitten in der schönsten Stimmung war um Punkt ein Uhr plötzlich Schluss. Keine Musik, keine Getränke. Und das in einer Stadt, die normalerweise 24 Stunden rund um die Uhr feiert. Wegen Lärmbelästigung der Nachbarn, ließ die Hausherrin der Veranstaltung, Bundesministerin Birgit Honé (SPD), einen Tag später ausrichten. Früher kam die Stimmung zu dieser Zeit erst auf Hochtouren – bis zum Sonnenaufgang. Nichts davon. Aus. Rätselhaft, welcher Nachbar sich beschwert hat. Rundherum befinden sich der zugeschüttete ehemalige Führerbunker, das Holocaust-Denkmal sowie Potsdamer und Leipziger Platz. Lärmig und voller Touristen. Niedersachsens Gästen blieb nur ein Ausweg: Weiterziehen in andere Landesvertretungen, die hatten noch offen.

Wie viel Angst muss der türkische Botschafter in Deutschland, Ali Kemal Aydin, vor deutschen Medien haben? Der Einladung zu einem Pressegespräch folgte prompt die Aufforderung an interessierte Journalisten, erst eine Biografie einzureichen. Als Gesinnungs-Test. Nein danke – Exzellenz!