Wie man sich wohl so fühlt: Mitten zwischen Menschen und doch einsam und allein? Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) liefert in dieser Landtagswoche ein beobachtbares Beispiel. Der Vorstoß der Ministerin, die Fördermittel für neue Krippenplätze zu kürzen, kassierte die Koalition ein – es bleibt alles beim Alten. Hinter den Kulissen soll es mächtig gescheppert haben. Umso mehr beeilen sich die Einflüsterer von SPD und Grünen, den Sieg über die störrische Kultusministerin auf die jeweils eigene Fahne zu schreiben. Mal haben mächtige SPDler das Ungemach gestoppt, mal eine empörte Grünen-Spitze. Derweil sitzt die Betroffene isoliert auf ihrem Ministerstuhl. Während Regierungsmitglieder selbst mit der Opposition scherzen und (Herren)-Witze austauschen, wird die Armlänge entfernt sitzende Heiligenstadt keines Blickes gewürdigt. Manchmal ist ein Minister(in)gehalt eben nur noch Schmerzensgeld.
Grünen-Fraktionschefin Anja Piel besitzt ein gutes Argument, warum es für Frauen keine gute Praxis ist, nach einer Landtagswahl den neuen Landtag durch das älteste anwesende Mitglied zu eröffnen. „Natürlich müssten Frauen bei gleichem Alter den Vorzug erhalten“, steht einerseits für die Grünen-Politikerin fest. „Aber andererseits“, so Piel schmunzelnd, „glaube ich nicht, dass sich Frauen mit dem entsprechenden Alter tatsächlich zu Wort melden würden…“
Zu Wort gemeldet hat sich dagegen der Grünen-Abgeordnete Belit Onay in dieser Woche beim Thema Bezahlung von Bürgermeistern und Wahlbeamten. Über Änderungen könne man nachdenken, überlegte Onay und zog dabei Parallelen zu aktuellen Ministergehältern: „Auch in der Landesregierung bestehen Schwächen, über die ebenfalls zu reden sein wird.“ Die Lacher aufseiten der Opposition nahmen diese doppeldeutige Anmerkung Onays natürlich mit Begeisterung auf.
