Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ist zweifellos das meistfotografierte Mitglied der Landesregierung. Ob Cebit, Hannover Messe, Präsentation von Elektroautos – überall richten sich zig Kameras auf den niedersächsischen Regierungschef. Manchmal komme er sich schon vor „wie ein Model“, schmunzelt Weil. Dabei schaue er doch jeden Morgen in den Spiegel und müsse feststellen: „Schöner bist du nicht geworden.“ Ein beruhigend geerdeter Politiker.

Die FDP hält derweil einen ganz anderen Spitznamen für den Ministerpräsidenten parat: „Wackel-Weil“. Wegen des Schlingerkurses in Sachen Pkw-Maut. „Im Landtag spuckt Weil große Töne, und im Bundesrat hatte er als kleiner Wackel-Dackel bislang nicht den Mut, aus der Hundehütte herauszukommen“, spottet FDP-Fraktionsvize Jörg Bode. Die rot-grüne Landesregierung müsse endlich in der Länderkammer die Reißleine ziehen.

Weit weniger als Weil steht die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe im Fokus der Öffentlichkeit. Nur zur Erinnerung: Die Amtsinhaberin heißt Doris Schröder-Köpf und sitzt als SPD-Abgeordnete im Landtag. „Nahezu unsichtbar“, lautet das Testat der CDU-Innenexpertin Angelika Jahns über die zweijährige Amtszeit von Schröder-Köpf. Das gelte auch für den Mitarbeiterstab der Integrationsbeauftragten.

Zur Ehrrettung der Amtsinhaberin muss man jedoch feststellen, dass die Integrationsbeauftragte offizielle Gedenkveranstaltungen und Feiern fleißig besucht. Stets in der ersten Reihe. Wegweisende Reden im Landtag fehlen allerdings bisher. Darüber ist nicht jedefrau unglücklich – gerade in SPD-Reihen, besonders in der Frauenriege. Fachfragen beantwortet sowieso am liebsten Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Im Streit um Kopftücher muslimischer Lehrerinnen stößt die liberale Schröder-Köpf zudem bei mancher Genossin auf wenig Gegenliebe. Und in der Flüchtlings- und Asylpolitik lässt sich Innenminister Boris Pistorius (SPD) schon gar nicht die Butter vom Brot nehmen. Das werden noch harte Amtsjahre für die dezente Schröder-Köpf.

Ernste Politik und Geselligkeit – bei der CDU-Fraktion muss sich nichts ausschließen. Das Programm für die fast einwöchige Israel-Reise der Unions-Abgeordneten lädt nach intensiven politischen Gesprächen an jedem Abend ausdrücklich wie schriftlich zu „Bier und Wein“ ein. Ausnahme: Erlöserkirche. Dort bleibt’s mal trocken.

Gar nicht trocken absolvierte Niedersachsens ADAC-Chef Ulrich Krämer eine Testfahrt mit einem Elektro-Auto. „Es regnete und war kalt“, erinnert sich Krämer. Das kostete Strom, die Akku-Nadel wanderte schnell in den roten Bereich. „Um nicht liegen zu bleiben, blieb nur die Auswahl: Scheibenwischer oder die Heizung abschalten“, erzählt Krämer. Der ADAC-Mann zog Sicherheit vor und den Mantelkragen im immer kälteren Auto der Zukunft ein Stück höher.