Schöne Bescherung für die Abgeordneten vor Weihnachten: Die Lehrergewerkschaft GEW brachte den Nikolaus mit zum Leineschloss. Der sollte den Protesten der überarbeiteten Lehrer Nachdruck verleihen. Der Nikolaus werde Geschenke verteilen oder mit der Rute drohen, teilte die GEW mit. Ganz besonders erwarte er Finanzminister Peter-Jürgen Schneider. Besser meint es die Gewerkschaft Verdi mit dem SPD-Politiker. Beschäftigte der Berufsfeuerwehr wollten Schneider einen mit Nadeln und Forderungen geschmückten Weihnachtsbaum schenken. Für Amtsvorgänger Hartmut Möllring (CDU) gab es aus Protest nur einen nadellosen Baum.
Der Niedersächsische Beamtenbund (NBB) fuhr sogar mit Weihnachtsmann und Pferdekutsche am Landtag vor, um seine Wünsche zu überbringen. Jegliche Weihnachtsmilde ließ dabei die Polizei vermissen und verpasste der Beamtenspitze einen Strafzettel. Die Polizisten werteten die Übergabe der Jutesäcke als verbotene Versammlung in der Bannmeile und leiteten ein Verfahren gegen NBB-Landeschef Friedhelm Schäfer und seine Geschäftsführerin ein. Das brachte wiederum CDU-Fraktionschef Björn Thümler (Berne) auf die Weihnachtspalme, der sich bei Hannovers Polizeipräsident beschwerte. Thümler zeigte sich verwundert, dass nicht auch die Personalien des Weihnachtsmannes und der Kutscherin aufgenommen worden seien.
Schon im April scheint die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros (Lag) zu sein. Die protestierte angesichts der Diskussion über die NS-Vergangenheit des Ex-Ministerpräsidenten schriftlich gegen eine mögliche Umbenennung des Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platzes vor dem Landtag in „Platz der Niedersachsen“. Dabei würden die weiblichen Einwohner des Landes nicht berücksichtigt, heißt es in dem Brief. Vorschlag der Lag, man ahnt es schon: „Platz der Niedersächsinnen und Niedersachsen“. Kein Scherz.
Selbst bei der erregtesten Debatte gibt es friedvolle Momente. Nachdem er die rot-grüne Landesregierung eine halbe Stunde beschimpft hatte, ging CDU-Fraktionschef Thümler zu Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und schenkte ihm eine Weihnachts-CD mit „besinnlicher Musik“. Titel: „Erste Hilfe bei Stress“. Thümlers Rat an den Regierungschef: Er solle in der Weihnachtszeit Kraft für einen Neuanfang sammeln.
