Seit 40 Jahren kennt der CDU-Abgeordnete Frank Oesterhelweg schon das politische Geschäft. Aber manchmal kann der Unions-Abgeordnete schon platzen vor Ärger. Als ihm in der Debatte um eine klare Kennzeichnung von Fleischprodukten („Wurst bleibt Wurst“) gegenüber vegarischen Imitaten von Grünen unterstellt wird, er kämpfe nur für die Interessen der Fleisch-Lobby mit seinem Antrag, reicht’s dem CDU-Abgeordneten. Empört weist Oesterhelweg die Veganer-Fraktion auf rot-grüner Seite zurecht: „Ich bin Landwirt – mit reinem Pflanzenanbau!“ Im Boxsport würde man sagen: Punktsieg.

Im Glaubenskrieg zwischen Fleischessern und Soja-Kämpfern könnte Ronald Schminke Vermittler spielen. Auch dem SPD-Abgeordneten drückt der Magen angesichts des Wirrwarrs um Pseudo-Schnitzel und veganen Aufschnitt. Schminke greift deshalb eine Idee aus Schleswig-Holstein auf. Dort werden schon Jugendliche übers Schulfach „Ernährung“ zu mündigen Käufern im Lebensmittelladen erzogen. Die niedersächsische Landwirtschaftskammer würde dieses Projekt voller Begeisterung mittragen. Jetzt muss Schminke nur noch die Kultusministerin vom neuen Schulfach überzeugen. Motto: mit Laptop und Kochtopf in den Unterricht.

Mit Laptop ging übrigens gar nichts am Klausur-Ort der Landesregierung mitten im Wald bei Celle. Kein Empfang. Fast keiner. Ein Herbergsvater hatte einen wertvollen Tipp: „Da an dem Baum können Sie telefonieren.“ Stimmte. Warum gerade dort? Das wissen wohl nur die Vögel. Für Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) waren die Stunden mit stummen Handys eine beglückende Rückkehr zu längst vergangenen Zeiten. „Jeder sieht einen an, wenn man redet“, schwärmte Weil – da kein Minister etwas in sein Handy tippen konnte. Ein Kabinett, das zu seinem Ministerpräsidenten wieder aufschaut – wunderbar.