Aus für die imaginäre Kneipe „Zum fidelen Knast“ – die Gefängnisleitung in Hannover zieht die Reißleine nach einem Zechgelage von Insassen. Der Knast-Alkohol wird weggesperrt. Das gab Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) auf eine Anfrage der CDU bekannt – auch warum allein in der JVA Hannover 10 Liter Sekt, 28 Liter Kochwein und 4,7 Liter Liköre lagern. Das wird bei der Ausbildung zum Koch oder Küchenhelfer benötigt, klärt Niewisch-Lennartz Nicht-Wissende auf. Der Alkohol dient, so die Ministerin, „zum Parfümieren“ von Desserts, Soßen und Suppen. Da kommt aber ein ganz schon promille-starker Duft auf den Mittagstisch der Häftlinge.

Ansonsten wenig poetische Bürokraten haben dem Förderprogramm für den ländlichen Raum das schöne Kürzel „Pfeil“ verpasst. Wahrscheinlich sollte damit die Zielgenauigkeit herausgestellt werden. Für den zuständigen Agrarminister Christian Meyer (Grüne) kommt der „Pfeil“ in jedem Fall „von Amor. Und das ist eine Liebeserklärung für den ländlichen Raum!“ Hoffentlich verstehen das die Bauern nicht falsch…

Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) leitet gern mit feinsinnigem Humor die Sitzungen des Parlaments. Was der ehemalige Minister aber gar nicht mag, sind laute Abgeordnete, die mit Zurufen und Bemerkungen die Rednerin oder den Redner am Pult stören. Als der für Südniedersachsen engagierte CDU-Abgeordnete Frank Oesterhelweg in der Debatte über die Region immer wieder mit kritischen Anmerkungen SPD und Grüne piesackte, stoppte Busemann seinen Parteifreund mit einem sonoren: „Jetzt ist es aber gut.“ Oesterhelwegs Temperament war nur Minuten zu bremsen – und schon machte der Politiker aus Wolfenbüttel erneut lautstarke Anmerkungen. Darauf wandte sich ein genervter Landtagspräsident nach rechts mit den Worten: „Ein letzter Blickkontakt!“ Mehr musste Busemann nicht sagen. Diese Drohung reichte. Der Oppositionspolitiker schwieg grummelnd. Der ganze Landtag amüsierte sich.

Apropos Opposition: Fraktionschef Björn Thümler (Berne) und der Parlamentarische Geschäftsführer Bernd Nacke (Wiefelstede) haben eine ebenso schmackhafte wie beliebte Tradition eingeführt: Zum Pressefrühstück für Korrespondenten im Fraktionssaal gab’s frisches Rührei. Gab. „Offenbar hat jemand gepetzt“, ärgert sich Nacke. Das Frischei widerspricht offenbar irgendwelchen Paragrafen der Landtagsverwaltung. Das Rührei wird jetzt aufwendig von außen gebracht – und sorgt so wieder für beste Stimmung aller Beteiligten.

Und noch einmal CDU: Fraktionschef Björn Thümler hat seine ganz eigene Meinung zum Vorstoß der CSU, das Deutschsprechen in Migrantenfamilien verbindlich vorzuschreiben. „Den Vorschlag fand ich witzig – aber ziemlich bekloppt“, gibt Thümler eine deutliche Antwort Richtung München.