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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Alle packen an

10.06.2013

Wer in diesen Tagen auf Norddeutschlands Autobahnen unterwegs ist, kann sie nicht übersehen: lange Fahrzeugkolonnen von Feuerwehr, DLRG und Technischem Hilfswerk auf dem Weg in die Hochwassergebiete an der Elbe. Chefs geben ihren Mitarbeitern tagelang frei für Hilfseinsätze, wildfremde Menschen verabreden sich via Twitter zum Sandsäcke schaufeln. Die Flut in Deutschland hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, wie sie kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Wie es aussieht, ist es um unser Gemeinwesen doch nicht so schlecht bestellt, wie manche Kulturpessimisten glauben machen wollen. Gerade junge Menschen sind offenbar doch nicht nur auf Spaß und Konsum fixiert, wie gern behauptet wird. Sie packen an und helfen mit. Darauf kann und darf dieses Land stolz sein.

Am Beispiel der Fluthelfer zeigt sich, dass soziale Netzwerke im Internet nicht nur virtuelle Beziehungen vorgaukeln, sondern im Wortsinne soziale Aufgaben erfüllen können. Vielleicht sitzen am Ende doch nicht alle Menschen vereinzelt und vereinsamt vor technischen Geräten herum, sondern nutzen und benutzen sie zum Wohle der Gemeinschaft. Das wäre doch zur Abwechslung mal eine schöne Vision von Fortschritt.

Gleichzeitig ist diese erneute Hochwasserkatastrophe nach 2002 eine deutliche Warnung der Natur an uns alle. Wenn wir nicht aufhören, unsere Flüsse immer stärker zu begradigen, zu vertiefen und einzuengen, werden solche „Jahrhundertfluten“ keine Ausnahmeerscheinungen bleiben. Seit Jahren fordern Bürgerinitiativen im ganzen Land mehr Einsatz der Politik für den Hochwasserschutz, die Renaturierung von Flussauen, die Schaffung von Poldern für den Notfall. Auch sie sind engagierte Menschen, denen das Gemeinwohl am Herzen liegt. Wir sollten auf sie hören und endlich zu einem vernünftigen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen kommen. Denn eins ist klar: Der wirtschaftliche Nutzen perfekt ausgebauter Wasserstraßen verpufft, wenn alle paar Jahre Flutwellen Hunderte Millionen Euro Schaden anrichten.


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Claus Gorgs stv. Chefredakteur / Chefredaktion
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