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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz tritt in große Fußstapfen. Nicht in die von Vorgänger Sigmar Gabriel, der die SPD in den letzten Jahren aus einer Phase tiefer Depression führte. Schulz orientiert sich unüberhörbar an dem herausragenden Vorbild Willy Brandt – in der Diktion, wie im Inhalt. Viele haben sich als Enkel versucht. Schulz könnte es gelingen. Ihm fehlen (noch) die nachdenklichen Pausen des beliebtesten Vorsitzenden der SPD-Geschichte und Friedensnobelpreisträgers.

Die Botschaften könnte auch Brandt unterschreiben: Gerechtigkeit, Partei der kleinen Leute und der sozialen Demokratie, der Chancen, Respekt, Toleranz, Bildung und ein Deutschland als Land der guten Nachbarn nach innen und nach außen. Mit Leidenschaft kämpft Schulz für diese sozialdemokratischen Ideale. Viel wichtiger: Man glaubt ihm. Kein Zweifel, dieser Kanzlerkandidat greift die Wünsche der SPD auf wie schon lange keiner in der Partei. Schulz personifiziert damit Risiko und Chance zugleich. Mehr als 13 000 Menschen sind wegen Schulz in die SPD eingetreten. Sie werden für ihn kämpfen. Schulz darf diese Hoffnungen nicht enttäuschen. Dann hat der Ex-Bürgermeister aus Würselen alle Chancen auf das Kanzleramt. Aber schwer wird’s.

Was Schulz von den vielen Vorgängern – den Becks, Platzecks, Münteferings, Steinmeiers, Steinbrücks – unterscheidet, die die SPD alle mehr oder weniger schnell verschlissen hat? Diesem Kanzlerkandidaten traut die Basis wieder einen Sieg im Wahlkampf zu. Diese Aussicht begeistert, spornt an, weckt lange vermisste Kämpfereigenschaften. Diese SPD ist wieder stolz auf sich. Niemand muss sich peinlich berührt wegdrücken, wenn die Frage nach einem Wahlsieg gestellt wird. Die Aussicht, nur auf Platz zu landen, machte in den letzten Jahren müde, lähmte geradezu. Zu überlegen eine Kanzlerin Angela Merkel. Und an Merkel wird der Unterschied am deutlichsten. Während sie nicht einmal die eigenen Reihen noch begeistern kann, strahlt Schulz einen Optimismus nach außen, der ansteckt. Dagegen wirkt die Kanzlerin verbraucht. Die Raute langweilt die Menschen.

Nur täuschen sollte sich niemand. Die Liste der Männer, die in der Union oder in der SPD gegen Merkel antraten, ist lang. Das Ergebnis bekannt. Schulz könnte seit Langem der härteste Widersacher sein. Denn der Trend ist wieder ein Genosse. Es riecht nach Aufbruch und Veränderung.


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