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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Ausgebremst

10.05.2013

Das Thema ist ebenso alt wie überflüssig. Seit 20 Jahren wird in Deutschland immer wieder ein generelles Tempolimit auf Autobahnen gefordert. Bislang haben sich die Gegner durchgesetzt. Und das ist gut so.

Die Bundesrepublik und damit wir Steuerzahler haben über Jahre viele Milliarden Mark und Euro in den Auf- und Ausbau eines Autobahnnetzes investiert, das weltweit seinesgleichen sucht. Autobahnen sind Lebensadern unserer Wirtschaft und Gesellschaft, auf ihnen werden Güter transportiert, sie dienen Pendlern als schneller und sicherer Weg zum Arbeitsplatz und nicht zuletzt den Bürgern in ihrer Freizeit als praktische Verbindung zu Freunden, Verwandten oder zum Urlaubsort.

Der Vergleich mit anderen Ländern, in denen generelle Tempolimits gelten, hinkt. Dort gibt es andere Distanzen, bauliche Gegebenheiten und Verhaltensweisen der Autofahrer. Der ökologische Nutzen eines Tempolimits ist umstritten. Und dort, wo in Deutschland besondere Unfallgefahren lauern oder Anlieger vor Lärm geschützt werden müssen, gibt es bereits Geschwindigkeitsbeschränkungen. Dass gut 40 Prozent der rund 13 000 Autobahnkilometer von solchen Limits betroffen sind, zeigt, dass man auch in Deutschland nicht sorglos mit problematischen Abschnitten umgeht. Auf den restlichen Strecken haben Experten und Behörden bislang keinen Grund für ein Tempolimit gesehen. Dass Politiker die Bürger dort aus Prinzip ausbremsen wollen, ist indiskutabel.

Das musste zum Glück auch Wahlkämpfer Sigmar Gabriel einsehen, der kurz nach seinem Bekenntnis zu einem generellen Tempolimit von 120 Stundenkilometern schnell wieder einlenkte. Bei den Grünen, dem Wunschpartner der Sozialdemokraten, rannte der SPD-Chef mit seinem Vorstoß indes offene Türen ein.

In der SPD überwiegen die Stimmen, die das Tempolimit für kein gutes Wahlkampfthema halten. Doch was passiert nach einem möglichen Sieg bei der Bundestagswahl? Hoffentlich setzt sich auch in einer rot-grünen Koalition die Erkenntnis durch, dass es wichtiger ist, das wertvolle Autobahnnetz zu erhalten und sinnvoll auszubauen, als die Bürger auch hier ans Gängelband zu nehmen.


Den Autor erreichen Sie unter 
Ulrich Schönborn stv. Chefredakteur / Chefredaktion
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