• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Begeisterung, bitte

28.05.2013

Der deutsche Verkehrsminister vermisst die „Begeisterung“ für das Elektroauto. Also bitte, hier ist sie:

E-Autos sind herrlich leise. Sie beschleunigen rasanter als jeder Sportwagen. Sie lassen sich zu Hause an der Steckdose volltanken, eine Tankfüllung kostet nur drei bis vier Euro. Sie pusten kein Kohlenstoffdioxid in die Luft (jedenfalls dann nicht, wenn man sauberen Strom tankt). Und selbst das Hauptargument gegen die Elektroautos, ihre geringe Reichweite, ist eigentlich keines: Durchschnittlich fahren deutsche Autofahrer kaum mehr als 50 Kilometer pro Tag. Für die allermeisten Deutschen wäre ein Elektroauto demnach ein ideales (Zweit-)Fahrzeug.

Warum haben dann nur 0,01 Prozent der in Deutschland zugelassenen Autos einen Elektroantrieb?

Weil zunächst zwei Probleme gelöst werden müssen. Das erste Problem ist der Preis: So ein batteriebetriebener Kleinstwagen schlägt schnell mit 30 000 Euro zu Buche. Mit etwas Glück bietet er zwar Alltagskomfort wie Radio, Klimaanlage und Innenbeleuchtung, aber wer die Fahrt in den Nachbarort nicht zur Mutprobe machen will, lässt das alles besser ausgeschaltet. Hinzu kommt der unkalkulierbare Wertverlust der sich ständig weiterentwickelnden Akku-Technik. Kurzum: Ein Elektroauto rechnet sich derzeit nicht und ist nur etwas für (betuchte) Idealisten.

Dieses Problem lässt sich aber möglicherweise lösen über (staatliche) Bonussysteme.

Das zweite Problem ist komplizierter. In der mobilen Gesellschaft stehen Autos für individuelle Freiheit: Sie sind der Garant dafür, jederzeit überall hinfahren zu können, möglichst schnell und möglichst komfortabel. Die begrenzte Reichweite der E-Autos, das grobmaschige Tankstellennetz, das Stecksystem-Wirrwarr und die stundenlangen Ladezeiten stehen dem natürlich entgegen. Auch als Statussymbole taugen sie, dem gängigen Autoverständnis folgend, nur bedingt – siehe oben.

Wenn das E-Auto Fahrt aufnehmen soll, braucht es also einen Paradigmenwechsel in Deutschland. Öko muss cool werden, leise besser als laut, klein schöner als groß. Dafür muss Minister Ramsauer Begeisterung wecken, bei der Autoindustrie und vor allem beim Autofahrer.


Den Autor erreichen Sie unter 
Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2020
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.