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Aktualisiert vor 8 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Brücke bauen

18.11.2014

Mit unerwartet scharfen Worten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert und so ihrem Ärger über dessen Hartleibigkeit in der Ukraine-Krise Luft gemacht.

Menschlich ist das verständlich, politisch klug ist es nicht. Auch Merkel weiß, dass es keine Alternative zur Diplomatie gibt – so mühsam und frustrierend sie in diesem Fall auch sei.

Ohne Zweifel macht es Putin dem Westen nicht leicht. Er spielt nach eigenen Regeln und zündelt mit nationalistischem Sprengstoff. Anders als die Führung in der ehemaligen Sowjetunion, zu deren Machtanspruch Merkel inzwischen offen Parallelen zieht, hat er den Großteil der russischen Bevölkerung aber auf seiner Seite. Das Versäumnis des Westens, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks gemeinsam mit Russland eine neue Sicherheitsordnung für Europa zu schaffen, und die Osterweiterung der Nato werden von vielen Russen als Arroganz und Feindseligkeit unter dem Einfluss der USA wahrgenommen.

Das alles muss Merkel berücksichtigen. Doch statt Verständnis für diese Wahrnehmung zu entwickeln, geht sie nun auf Konfrontationskurs mit unklarem Ziel. Ihre Warnung vor einem Flächenbrand und ihre Andeutungen, Russland könne nach der Ukraine auch Moldawien, Georgien, Serbien und sogar die Balkanstaaten in die Zange nehmen, drängen Putin weiter in die Ecke. Und das ist sicherlich die schlechteste Voraussetzung für eine diplomatische Lösung.

Schon die Sanktionen waren mehr Prinzipienreiterei als wirksame Waffe. Sie folgen dem Automatismus von Druck und Gegendruck, verhärten die Fronten und zerreißen viele Bänder, die jenseits der Politik für Stabilität sorg(t)en. Um den von Merkel befürchteten Flächenbrand zu verhindern, muss der umgekehrte Weg aus dem drohenden neuen Kalten Krieg in Europa gewählt werden. Eine Isolation Russlands stärkt dort die nationalistische Stimmung und bietet den Nährboden für viel radikalere Kräfte. Putin eine Brücke zu bauen, über die er sich ohne Gesichtsverlust dem Rest Europas wieder annähern kann, ist angesichts dieser Gefahr das kleinere Übel.


Den Autor erreichen Sie unter 
Ulrich Schönborn stv. Chefredakteur / Chefredaktion
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