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Björn Thümlers Idee zur Neugestaltung der Imam-Ausbildung ist aller Ehren wert. Allerdings bohrt der Wissenschaftsminister verteufelt dicke Bretter. Vielleicht zu dicke?

Es hieße freiwillig erblinden, ignorierte man die Tatsachen: An niedersächsischen Schulen nimmt die Zahl muslimischer Kinder massiv zu. Wenn der Staat sich nicht um deren religiöse Orientierung kümmert, treibt er sie zwielichtigen Import-Imamen regelrecht in die Arme. Das genau wäre das Resultat einer Politik, wie sie zum Beispiel die niedersächsische AfD fordert. Diese Partei lehnt die Ausbildung deutscher Imame nämlich strikt ab. Das nennt man Realitätsverweigerung.

Die Idee des Wissenschaftsministers jedoch krankt andererseits genau an dem, das sie neu macht: der Zweiteilung von Lehramtsstudium und Ausbildung in Verantwortung der „Religionsgemeinschaften“. Es gibt nämlich schlicht keine „islamische Kirche“ als Ansprechpartner. Soll man also diesen Teil der Imam-Ausbildung Organisationen wie Ditib oder Milli Görüs überlassen? Dann wären genau die zweifelhaften Gruppen wieder mit im Boot, die dort aus guten Gründen nichts verloren haben. Wie will man verhindern, dass der zweite Teil der Ausbildung zu einer Art religiös-politischen Gehirnwäsche wird?

Zudem: Wie will man in Niedersachsen mit der islamischen Zersplitterung umgehen? Da sind Orthodoxe, Heterodoxe, Schiiten und Sunniten. Alle sind in sich noch einmal nach Sprachgruppen und Herkunft gespalten und sich in herzlicher Abneigung verbunden. Sollen sie alle ein Recht auf Teilnahme an der Ausbildung haben? Da kann man nur sagen: Viel Glück und einen langen Atem, Herr Minister!


Den Autor erreichen Sie unter 
Dr. Alexander Will
Leiter Newsdesk
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2092

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