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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Die Vernunft geht

22.12.2018

Man sollte mit Sprachbildern nicht inflationär umgehen, in diesem Fall sei es aufgrund der passenden Umstände allerdings erlaubt: Der Rücktritt von US-Verteidigungsminister James Mattis schlug am Freitag ein wie eine (politische) Bombe – in Washington, aber vor allem auch im Rest der Welt und speziell bei den Nato-Verbündeten. Zuerst die Nachricht, dass US-Präsident Trump seine Truppen aus Syrien und wohl auch aus Afghanistan abziehen will. Jetzt verlässt auch noch derjenige Mann die politische Bühne, der in der US-Regierung für Verlässlichkeit, Treue zu den Nato-Partnern und Kompetenz stand. Der Westen sollte gewarnt sein. Trump wird bald einen Mann oder eine Frau als Nachfolger präsentieren, der oder die auf seiner Welle liegt – und die heißt: „America first.“ Nato und EU müssen sich zweifellos auf eine noch härtere Gangart aus Washington einstellen.

Ein ganz schlechtes Licht wirft der Rücktritt ein erneutes Mal auf den Umgang innerhalb der US-Regierung. Dort wird die Liste der Demissionen lang und länger. Entweder feuert Trump die Leute, weil sie ihm nicht mehr genehm sind, oder sie schmeißen selbst hin, weil sie eine politische Überzeugung haben, die sie unter dem jetzigen US-Präsidenten nicht umsetzen können. Letztere ehrt es, dass sie daraus die Konsequenzen ziehen und nicht auf ihrem Posten kleben.

Natürlich ist es das Recht eines US-Präsidenten, sich seine leitenden Mitarbeiter auszuwählen. Eine Fluktuation in dieser Häufigkeit darf man allerdings getrost als unprofessionell bezeichnen. Trump dagegen hält das Ganze für völlig normal und wird wie immer versuchen, zum politischen Alltag zurückzukehren.

Dieser könnte allerdings bald ungemütlicher werden: In der Regierungsverwaltung droht der Stillstand, an der Börse bahnt sich ein Kursrutsch an, dazu die vielen Untersuchungen gegen den Präsidenten – all das hat Krisen-Potenzial. Zumal die von Trump initiierte Steuerreform, die nach seinen Worten das größte Wirtschaftswunder aller Zeiten auslösen sollte, nach einem Strohfeuer zu verpuffen droht. So mancher wäre sicherlich nicht unfroh, sollten die US-Bürger ihren Präsidenten irgendwann aus dem Weißen Haus „entlassen“. Zwar sieht es danach zurzeit nicht aus. An Überraschungen aus Washington haben wir uns aber gewöhnt.


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Hermann Gröblinghoff Newsdeskmanager / Politikredaktion
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