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Immer mehr Online-Petitionen: Düstere Debatten

29.01.2014

Hass und Häme, kübelweise ausgeschüttet. Beleidigungen, die die Gürtellinie nicht mal grob anvisieren. Wutverzerrtes Gewäsch, geschrieben mit Schaum vorm Mund und oft genug in einer Sprache, die mit deutscher Rechtschreibung nur noch ganz entfernt zu tun hat.

So düster sieht sie vielfach aus, die „Debattenkultur“ im Internet.

Weil inzwischen (fast) jedermann ständig im weltweiten Netz unterwegs ist und Kommentierung an jeder Ecke gefragt, kommt jede Menge Meinung zusammen. Unbestritten ist: Das World Wide Web beschleunigt die Debatten, bindet in kürzester Zeit viele Menschen ein. Über die inhaltliche Güte ist damit noch nichts gesagt.

Doch wo Schnelligkeit im Spiel ist, bleibt nun mal kaum Platz zum Nachdenken. Da werden Urteile vorschnell gefällt, Halbwahrheiten verbreitet und aufgeregte Kampagnen angezettelt. Kommt Aktualität ins Spiel und ist das Thema massenkompatibel, lassen sich quasi im Handumdrehen Zustände erzeugen, die den Namen „digitales Mobbing“ verdienen.

Wie sich das anfühlt, erlebt gerade Markus Lanz: Der einst mit Vorschusslorbeeren überschüttete ZDF-Moderator in der Nachfolge von Thomas Gottschalk hat bei einem Fernsehinterview versagt und geht seither durchs Fegefeuer des Webdiskutanten-Stadls. In einer Art Klick-Tribunal darf sich Lanz zum Abschuss freigegeben fühlen: Eine Online-Petition zur Ablösung des Fernsehschaffenden zählt inzwischen Zehntausende Ja-Sager. Die Anti-Lanz-Welle rollt.

Angeschoben aus der Anonymität heraus von Netzbewohnern, die in aller Regel unter Kunstnamen agieren. Weil im Internet (leider) kein Vermummungsverbot gilt, stehen Verbalinjurien hoch im Kurs, fühlt sich so mancher berufen, auf die Sahne zu schlagen, dass es spritzt.

Kein Wunder also, dass sich Online-Petitionen zu einer Pest entwickeln. Jeden Monat kommen Hunderte neue hinzu, ins Leben gerufen auf unterschiedlichsten Online-Plattformen. Ein Fest für Selbstdarsteller.

Und ein Lehrstück dafür, wie sich demokratische Instrumente mit modernen Mitteln zuschanden reiten lassen.

Gaby Schneider-Schelling Stv. Chefredakteurin / Chefredaktion
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