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Der Herausforderer müht sich redlich, setzt Botschaften – aber Martin Schulz dringt damit kaum durch, bislang jedenfalls. Mag der SPD-Kanzlerkandidat nun auch seinen Zukunftsplan präsentiert haben, in dem sicherlich viel Vernünftiges steht: Die ganz große Zuspitzung hat er nicht geschafft.

Bildungsallianz, Chancenkonto, Investitionspflicht – alles respektable Vorschläge, unter dem Strich aber kaum geeignet, grundsätzlich etwas an der Lage der Sozialdemokraten zu ändern. Zehn Wochen vor der Bundestagswahl ist im Land von Wechselstimmung nichts zu spüren. Der SPD-Rückstand in den Umfragen scheint zementiert. Schulz kämpft gegen eine Kanzlerin, die sich geschickt mit Wohlfühl-Botschaften und Strandkorb-Wahlkampf in Szene setzt und der inhaltlichen Auseinandersetzung ausweicht.

Hinzu kommt, dass dem Kanzlerkandidaten die Debatte über die G20-Krawalle von Hamburg entglitten ist. Die SPD wirkte dabei seltsam unsortiert, völlig von der Rolle. Ist das Rennen also bereits gelaufen? Die zurückliegenden Landtagswahlen zeigen, dass sich solche Schlüsse verbieten. Die Verhältnisse können sich im Schlussspurt noch verändern.

Der politischen Kultur in Deutschland täte es übrigens gut, wenn die Sache noch einmal spannend würde und es mehr um Sachthemen ginge. Die Kanzlerin mag kein Interesse an einer zugespitzten Auseinandersetzung haben, aber ein „Schlafwagen“-Wahlkampf birgt für die Union das Risiko, die eigenen Leute nicht ausreichend zu mobilisieren.

Glaubt man den Umfragen, wissen mehr als die Hälfte der Deutschen noch nicht, wem sie am 24. September ihre Stimmen geben wollen. Wenn Schulz eine Chance hat, dann liegt sie genau in diesem Befund.


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