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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Freunde gesucht

31.05.2013

EU-Kommissar Günther Oettinger bezeichnet Europa als Sanierungsfall. Italien zahlt Flüchtlingen Geld, damit sie nach Deutschland weiterziehen und dort die Sozialkassen belasten. Frankreichs Präsident François Hollande bricht den Stabilitätspakt und verbittet sich trotzdem jegliche Einmischung aus Brüssel in seine Wirtschaftspolitik. Drei Meldungen aus den vergangenen drei Tagen, die nicht wirklich Mut machen auf dem Weg zu einem einigen Europa.

Es stimmt schon: Die Europäische Union und ihre Institutionen sind in einer ziemlich desaströsen Verfassung. In fast allen Mitgliedstaaten – auch in Deutschland – zählen nationale Egoismen wieder mehr als die europäische Idee. Man sucht lieber nach Schuldigen für die Krise statt nach einem gemeinsamen Weg aus ihr heraus. Der Euro erweist sich immer mehr als ökonomisches Folterwerkzeug denn als einende Klammer.

Haben die Kritiker also Recht? Sollten wir die nationalen Währungen wieder einführen, die Brüsseler Bürokratie abschaffen und alle Kompetenzen in die Nationalstaaten zurückholen? Nein, das sollten wir nicht.

Natürlich braucht niemand eine Behörde, die die Krümmung von Gurken reguliert oder die Verwendung von Olivenöl-Kännchen in Restaurants. Aber jenseits solcher Klischees steht Europa für viel mehr: für Freiheit, für Respekt, für Toleranz. Die Art und Weise, wie wir heute leben, unsere Sicherheit, unser Wohlstand, wäre ohne die europäische Idee nicht denkbar. Vielleicht ist es für uns schon zu selbstverständlich, als dass wir es noch bemerken.

Ich möchte nicht in einem Europa leben, in dem jedes Land nur an den eigenen Vorteil und die eigenen Interessen denkt, in dem man sich von seinen Nachbarn abgrenzt mit Gesetzen, Zöllen und Grenzkontrollen. Zukunft lässt sich in einer globalisierten und vernetzten Welt nur gemeinsam gestalten, nicht gegeneinander. Doch ein solches Europa braucht Fürsprecher und Freunde. Und Politiker, die die europäische Idee vorleben, statt sie zu zerreden und zu zerstören.


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Claus Gorgs stv. Chefredakteur / Chefredaktion
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