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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Große Chance

02.01.2019

Die Diskussion um einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist so alt wie das supranationale Organ selbst. Schon lange drängt Deutschland auf eine wichtigere Rolle und auf mehr Präsenz in der Weltgemeinschaft. Gemessen an der Wirtschaftskraft und dem finanziellen Engagement wäre das bevölkerungsreichste Land Europas sicher der Kandidat. Diesen Wunsch kann man nachvollziehen – muss man aber nicht, vor allem nicht als Großmacht.

Regelmäßig erhält Deutschland seit dem UN-Beitritt 1973 einen Platz als nichtständiges Mitglied, seit 1. Januar 2019 ist der deutsche Botschafter für zwei Jahre wieder physischer Teil dieses Gremiums. Insgesamt war die Bundesrepublik sechsmal auserkoren, zudem war die DDR 1980-81 Mitglied.

In der Nachkriegsordnung wurde dieses Gremium aus den alliierten Verbündeten USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion sowie China gebildet. Damals ging es darum, Frieden und Stabilität in der sich in Blöcke aufteilenden Welt zu sichern. Das Kriegsende lag 1946 gerade mal ein halbes Jahr zurück. Das Veto-System wurde eingerichtet, um die Interessen der Gründungsmitglieder, die siegreich aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen waren, zu schützen.

Im festen Willen, die Partizipation zu verteilen, wurde der exklusive Club des Weltsicherheitsrates für alle anderen Mitglieder außer den fünf Großmächten mit zeitlich befristeten Engagements ausgestattet. Hier tritt Deutschland regelmäßig auf – und nach jeweils zwei Jahren wieder ab.

Seit Jahrzehnten leiden Außenpolitiker hierzulande unter diesem Minderwertigkeitskomplex. Deutschlands Rolle als einer der Top-Finanzierer der UN, als Geldgeber für Entwicklungshilfe, als Vorkämpfer gegen den Klimawandel und als wichtiger Truppensteller für UN-Blauhelmeinsätze wird von den Großmächten als selbstverständlich angesehen.

Der unbedingte Einsatz der Bundesregierung für ein System der vielfach verknüpften Weltwirtschaft mit allseitig geöffneten Märkten und Handelsbeziehungen wird nicht ausreichend gewürdigt. In den kommenden beiden Jahren bietet sich Deutschland nun wieder die große Chance, diese wichtige und verantwortungsvolle Rolle herauszustellen.


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Oliver Schulz Redakteur / Politikredaktion
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