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Hinschauen

04.11.2016

Die Taten des Klinikmörders Niels Högel sind unfassbar – einzigartig sind sie leider nicht. Die Mordserie in kanadischen Pflegeheimen, die derzeit in Woodstock vor Gericht verhandelt wird, weist erschreckende Ähnlichkeiten mit den Fällen in Oldenburg und Delmenhorst auf, wo Högel Dutzende Krankenhaus-Patienten getötet haben soll. Besonders erschreckend: Menschen wird ausgerechnet dort Gewalt angetan, wo sie und ihre Angehörigen Schutz und Fürsorge erwartet haben.

Auffällig sind auch die Parallelen in der Kultur des Wegschauens und Weghörens, die offenbar in beiden Ländern üblich ist. Wie Högel konnte die Krankenschwester Elizabeth W. über einen langen Zeitraum immer wieder Menschen töten, ohne folgenreich in Verdacht zu geraten. Und gab es doch einmal Hinweise, wurden sie wie im Fall Högel ignoriert: Mit Verweis auf das hohe Alter eines toten Patienten verweigerte die Staatsanwaltschaft eine Obduktion.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf? Högel flog auf, weil er zufällig auf frischer Tat ertappt wurde. Elizabeth W. offenbarte sich einem Therapeuten.

In Krankenhäusern und in Pflegeheimen sterben Menschen – jeden Tag. Aber gerade in solchen geschützten Bereichen muss das Hinschauen und Zuhören zur Selbstverständlichkeit werden.


Den Autor erreichen Sie unter 
Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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Delmenhorst | Staatsanwaltschaft

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