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NWZonline.de NWZonline 2017-04-22T05:11:21Z

Bombenanschlag aus Habgier :
Irre

Dass der Sport längst keine Insel der Seligen mehr darstellt, wissen wir seit den vielen spektakulären Dopingenthüllungen ebenso wie nach den nicht enden wollenden Korruptionsskandalen rund um Fußball-Weltmeisterschaften und Olympische Spiele. Das Motiv, das Strickmuster ist immer das Gleiche. Es geht um Macht und Geld. Um unfassbar viel Geld. Um Millionen im weltumfassenden Milliardengeschäftsfeld Sport.

Vor dem Hintergrund überraschen die Ermittlungsergebnisse im Zusammenhang mit dem irren Bombenattentat auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund – so verrückt, ja idiotisch sie beim ersten Hören auch klingen – nicht wirklich. Machen wir uns nichts vor. Kriminelle Machenschaften und mafiöse Strukturen unterwandern die einst schönste Nebensache der Welt Jahr für Jahr, Monat für Monat, Woche für Woche.

Gleichwohl haben die Ermittlungen um diesen grauenhaften Anschlag unmittelbar vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder in der vergangenen Woche gegen den AS Monaco eine spektakuläre Wendung genommen. Die Hintergründe dieser feigen Tat basieren offenbar nicht auf islamistischen oder anderen extremistischen Motiven. Vielmehr wollte der jetzt in Tübingen gefasste Tatverdächtige durch einen mit dem Sprengstoffanschlag verursachten massiven Kursverlust der BVB-Aktie einen Millionengewinn einstreichen. Habgier als Motiv.

Die Sprengkraft war enorm. Noch 250 Meter vom Tatort entfernt fanden die Ermittler in den Bomben verbaute Metallstifte. Es grenzt an ein Wunder, dass kein Mensch zu Tode kam. Dies lässt vielleicht erahnen, warum Dortmunds Fußballer seitdem mit bleiernen Beinen ihre Arbeit verrichten. Der Schock sitzt tief. Auch sie werden diese Wahnsinnstat wohl nie richtig begreifen. Aber allein das Wissen um den Ermittlungserfolg wird zu einer allerersten Erleichterung beitragen und helfen, das Anschlags-Trauma zu verarbeiten.

Und auch das gehört zu den Verrücktheiten unserer Zeit: Die Börse reagierte umgehend auf die Festnahme. Die BVB-Aktie legte bis zum Freitagmittag um vier Prozent zu.


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