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Da ist es immer noch. Ein zynisches kaltes Lächeln. Mag sich der Prozess auch dem Ende zuneigen – Beate Zschäpe zeigt keinerlei Zeichen von Einsicht oder Reue. Bei ihr handelt es sich nicht um eine unsichere Mitläuferin, die selbst zum Opfer geworden ist, sondern um eine bekennende Rechtsextreme, die immer wieder versucht hat, diesen Prozess zu manipulieren, zu stören und die Rechtsfindung zu behindern, wo es nur ging. Die mutmaßliche Rechtsterroristin Zschäpe wird ihr weiteres Leben wohl hinter Gittern verbringen müssen. Die Bundesanwaltschaft fordert im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München eine lebenslange Haftstrafe für sie. Wegen einer besonderen Schwere der Schuld könnte sich an die Haft eine Sicherungsverwahrung anschließen. Im Falle eines Schuldspruchs wäre eine vorzeitige Entlassung nahezu ausgeschlossen.

Für die Angehörigen der Opfer der rassistisch motivierten Mordserie wäre dies zumindest ein kleines Stück Genugtuung. Und endlich ist ein Ende der perfiden Spielchen auf der Anklagebank abzusehen. Nach zweieinhalb Jahren, in denen die NSU-Frau erst geschwiegen und von ihrem Recht als Angeklagte auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht hatte, meldete sie sich schließlich doch noch zu Wort, schlüpfte in die Rolle der Unschuldigen, die keine Komplizin ihrer Gesinnungsgenossen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt bei den Verbrechen gewesen sein will. Zschäpe hat es versäumt, reinen Tisch zu machen.

Von vollständiger Aufklärung, wie sie Bundeskanzlerin Angela Merkel einst versprochen hatte, kann keine Rede sein. Sie wird es wohl auch nie geben. Doch muss jenseits der juristischen Aufarbeitung geprüft werden, ob nach der beispiellosen Pannenserie bei den Ermittlungen die notwendigen und ausreichenden Konsequenzen gezogen worden sind.


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