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Knapp und begehrt

30.11.2018

Das wird Ihnen vielleicht auch so gehen: In diesen kühlen und dunklen Wochen macht man sich gern Gedanken über den Urlaub 2019. Woran keiner denkt: Wer wird im Zielgebiet unserer Träume – das immer häufiger im eigenen Land, vorrangig in Bayern und an der Küste – eigentlich die Arbeit erledigen, damit der Urlaub dann auch richtig schön wird? Also die Rezeption möglichst 24 Stunden pro Tag besetzen, die Unterkünfte mindestens am Wechsel-Tag mal saubermachen, das regionaltypische Essen in der Küche zubereiten und es dann an Tischen oder Buffets kredenzen. Und, und, und. Der Tourismus (mit Hotels und Gaststätten) ist in der Summe längst zum wichtigen Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor geworden.

Nun aber könnte die langjährige Wachstumsstory abreißen. Die Branche kriegt immer mehr Stellen nicht mehr besetzt. Was sich harmlos anhören mag, bedeutet in der Praxis: Leistungen können nicht mehr erbracht werden.

Wie konnte es so weit kommen? Klar, seit jeher ist Arbeit im Hotel- und Gastgewerbe nicht unbedingt populär. Sie erfordert hohe Einsatzbereitschaft zu (fast immer) ungünstigen Zeiten bei meist mäßigem materiellen Ausgleich.

Da wir aber in einer Marktwirtschaft leben, sollten die Dinge ja eigentlich in Bewegung geraten: Arbeitnehmer und Bewerber sollten – weil knapp und begehrt – immer bessere Konditionen durchsetzen können. Wo das gelingt, wird sich irgendwann weiteres Personal melden.


Den Autor erreichen Sie unter 
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040
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