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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Jagdsaison eröffnet

27.04.2019

Also keine Deutsche Commerzbank. Dieses große Hirngespinst der Politik, das nur ein noch größeres Problem geboren hätte. Eine systemrelevante, unrentable Bank mit Haftungsgarantie der deutschen Steuerzahler auf Gedeih und Verderb.

Diese Fusion war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Zu hoch die Umsetzungsrisiken, die Kapitalanforderungen und die Kosten für den Aderlass der Mitarbeiter. Großaktionäre wie der US-Investor Blackrock hatten dies schnell kapiert.

Die Führung der beiden Banken tat wochenlang so als ob. Ein Riesenmummenschanz. Dabei reichte das kleine Einmaleins und der gesunde Menschenverstand aus. Allein der Widerstand der Mitarbeiter hätte alles auf Jahre lahmgelegt.

Noch der Letzte aber hat jetzt mitgekriegt, dass es die Deutschen nicht hinkriegen, eine Großbank zu schmieden, dass ihre Kandidaten zu schwach sind, um noch allein aktiv ihre Zukunft zu gestalten.

Die Jagdsaison in Europa ist nun eröffnet. Auf die Commerzbank haben die niederländische ING und die italienische Unicredit ein Auge geworfen. Vor einer Übernahme schützt die Commerzbank der beteiligte deutsche Staat. Dieser wird sich auf Dauer nicht mehr gegen Interessenten aus Europa verwehren können, ohne in den Verdacht zu geraten, jede Lösung zu blockieren, ebenso den europäischen Geist, der sonst so oft beschworen wird. Die ING würde gut passen. Sie hat in Deutschland kaum Mitarbeiter, aber eine starke Direktbank. Es gäbe wenig personelle Überschneidungen. Die Commerzbank will zur reinen Digitalbank werden. Mit der ING wäre eine relativ sozialverträgliche Zukunft denkbar. Dass Bankmitarbeiter in der digitalen Zeit eine gefährdete Spezies sind, daran geht leider kein Weg mehr vorbei. So oder so wird die Commerzbank nur Juniorpartner einer Fusion werden, egal wer kommt.

Und die Deutsche Bank? Steht wie ein verdorrtes Unkraut am Wegesrand, tut aber selbst jetzt noch so, als sei sie das schönste Gewächs unter der Sonne. Mit ihrem rund 10 Milliarden Euro von teuren Investmentbankern aufgeblähten Personalapparat, der seit Jahren keine nennenswerten Gewinne mehr schafft und der niemals gestutzt wurde. Gelebte Verantwortungslosigkeit von Managergenerationen. Niemand will dieses verkümmerte Pflänzchen. Nach dem „Aus“ einer rein deutschen Fusion ist dies noch offensichtlicher.

Wie Staatshilfe durch die Hintertür aussieht, weiß die Deutsche Bank nach der jetzigen Erfahrung. Gut möglich, dass der Tag kommt, wo der Staat durch die Vordertür eintreten muss, ohne zu klingeln.

Anja Kohl über über die geplatzte Bankenfusion

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