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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Lahme Ente

06.11.2014

Es war ein giftiges Gebräu, das nach einem erbittert geführten Wahlkampf zur Minimalisierung des Barack Obama geführt hat: Die Verärgerung der Bürger über den anhaltenden Stillstand in Washington richtete sich am Ende auch gegen einen Präsidenten, der Veränderungen versprochen hatte, aber dann unfähig war, diese herbeizuführen. Gern ist man versucht, den dramatischen Machtverlust der Demokraten im Kongress vor allem der rigiden Blockadepolitik von Amerikas Konservativen zuzuschreiben, die Obamas Gestaltungsspielraum stark begrenzt hat. Doch der Präsident und seine weiter treuen, allerdings zahlenmäßig reduzierten Anhänger machen es sich zu leicht, wenn sie den Propheten von Hoffnung und Wandel frei jeder Schuld an diesem Niedergang sehen.

Denn die Kritik an der Führungsstärke und den oft konfusen innen- und außenpolitischen Konzepten erstreckt sich auch tief in seine eigene Partei und Basis. Von der Klima- bis hin zur Sicherheitspolitik und zur IS-Herausforderung gibt es dort Kritik.

Nun ist Obama also zur berüchtigten „lahmen Ente“ geworden, die aus eigener Kraft in den verbleibenden zwei Jahren kaum etwas Wegweisendes erreichen kann. Seine einzige Chance liegt dabei kurioserweise in der besonderen Herrausfordung, die sich aus der Macht-Konstellation „Kongress gegen Weißes Haus“ für die Republikaner ergibt. Will die „Grand Old Party“ tatsächlich eine Chance haben, 2016 nach acht Jahren das Weiße Haus zurück zu gewinnen, muss sie sich als jene Partei profilieren, die endlich den Stillstand im Land beendet, die Nation wieder regierbar macht und die Demagogen der „Tea Party“ mundtot macht. Dazu gehört auch, Wähler der Mitte mit unters große Zeltdach zu nehmen, die sich jetzt aus Politik-Verdruss in großer Zahl der Abstimmung enthalten haben. Und betreiben die Republikaner weiter eine Verteufelung der Millionen illegaler Einwanderer aus Lateinamerika, dürfte ihnen die Ablehnung durch die so wichtigen Latino-Wähler in zwei Jahren gewiss sein. Hillary Clinton, deren Kandidatur nur eine Formsache ist, dürfte dann trotz der heftigen Abreibung am Dienstagabend gute Karten beim Rennen um die Obama-Nachfolge in der Hand haben.


Den Autor erreichen Sie unter 
Friedemann Diederichs
Korrespondentenbüro Washington
Tel:
0441 9988 2018

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