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Pisa-Studie: Mittelmaß reicht

04.12.2013

Es gibt eine neue Pisa-Studie, und Deutschland diskutiert sich wieder wund über den Zustand unseres Bildungssystems. Wieder mal nur Mittelmaß. Müssten wir nicht viel mehr tun, um unsere Schulen zu verbessern? Aber immerhin besser als beim letzten Mal. Zeigt dieser positive Trend nicht, dass wir schon viel erreicht haben?

Wir sollten auf dieses Geschrei nichts geben. Pisa sagt viel über das Wissen in den Köpfen unserer Kinder. Aber nichts über ihr Denkvermögen, ihre Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen. Wir wissen jetzt, dass Lehrer in Hongkong und Singapur ihren Schülern in kürzerer Zeit mehr Fakten beibringen als unsere, aber wir wissen nichts über die Zustände an unseren Schulen. Wer den Erfolg eines Bildungssystems nur an Testergebnissen und Prüfungen festmacht, lässt wesentliche Kriterien außer Acht.

Es ist kein Zufall, dass bei der aktuellen Studie erneut Länder wie China an der Spitze stehen, die schon Kleinkindern mit Hochdruck Wissen eintrichtern, in denen Eltern ihre Sprösslinge nach der Schule zum Privatlehrer schicken oder sie in den Unterricht begleiten, um den Stoff abends zu Hause wiederholen zu können. Um mit diesen Bildungssystemen mitzuhalten, müssten wir es genauso machen. Nur: Wollen wir das? Oder müssen wir es sogar, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können?

Nein. Deutschlands Stärke sind unser innovativer Mittelstand, die vielen Ideen und Patente, die in den Unternehmen entstehen. Um wirtschaftlich auch in der Zukunft Spitze zu sein, brauchen wir kreative, selbstbewusste und teamfähige junge Menschen. Keine Wissensroboter. Selbstverständlich sind Kopfrechnen, Rechtschreibung und eine gute Allgemeinbildung wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leben. Aber Fußballspielen, Singen im Kinderchor oder Toben auf dem Spielplatz sind es ebenfalls. Ein Platz im Mittelfeld der Pisa-Länder reicht daher vollkommen aus.

Die erste Pisa-Studie vor mehr als zehn Jahren hat eine Debatte über die Qualität unser Schulen ausgelöst. Das ist ihr Verdienst. Wir sollten endlich das nötige Geld in moderne Unterrichtsformen, Lehrer und Lernmittel stecken, statt Bildungsetats zu kürzen und uns mit China zu vergleichen.

Claus Gorgs stv. Chefredakteur / Chefredaktion
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