• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Monster 

19.02.2019

Die Schuld für das Verbrechen selbst liegt immer allein beim Täter. Das gilt für die Mordserie des Pflegers Niels Högel in Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst, das gilt für jeden einzelnen Fall von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen in der katholischen Kirche.

Schuldig machen können sich aber auch Institutionen und ihre Mitarbeiter, die Verbrecher nicht gestoppt haben. Die Verbrechen vertuscht haben und dadurch noch mehr Verbrechen möglich gemacht haben. Es gibt Hinweise, dass dies in den von der Mordserie Högel betroffenen Kliniken so gewesen sein könnte, und es war nachweislich der Fall beim tausendfachen Missbrauch in der katholischen Kirche. Immer wieder hat die Kirche Opfer zum Schweigen verdonnert und Täter einfach in der nächsten Pfarrgemeinde geparkt, wo sie erneut Kinder missbrauchen konnten.

Während die Fehler der Kliniken derzeit mühsam vor Gericht aufgearbeitet werden müssen, hat die Kirche das Thema Missbrauch jetzt zur Chefsache erklärt. Es gehe darum, „dem Monster in die Augen zu schauen“, verkündet der Vatikan. „Weitreichende Konsequenzen“ sollen folgen.

Entscheidend wird sein, ob in Rom die richtigen Fragen gestellt und beantwortet werden. Welche Rolle spielten männerbündlerische Strukturen bei der Verharmlosung und Vertuschung von Missbrauchstaten? Nutzten Männer mit pädophiler Neigung den Zölibat möglicherweise als vermeintlich sicheres Versteck? Wie steht es überhaupt mit der sexuellen Aufklärung von Klerikern?

Allen voran muss die Kirche aber Verantwortung übernehmen und endlich Namen nennen: von Tatorten und Tätern, von Weihbischöfen, Bischöfen, Kardinälen, die in den vergangenen Jahren die Aufklärung von Verbrechen aktiv verhindert haben.

Wer einem Monster in die Augen schaut, kann entweder vor Angst erstarren oder zum Angriff übergehen. Wehtun wird es so oder so.


Den Autor erreichen Sie unter 
Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2020
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.