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Der Verdacht ist ungeheuerlich. Der Attentäter Anis Amri, der kurz vor Heiligabend mit einem Lkw auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gerast war und zwölf Menschen getötet hatte, soll beim Berliner Landeskriminalamt zuvor wegen geschäftsmäßigen Drogenhandels aktenkundig gewesen sein und hätte allein deshalb schon hinter Gitter gehört.

Ein Fehler, den die Ermittler offenbar vertuschen wollten. Eine weitere Panne im Fall des Attentäters oder gar Absicht? Immer wieder taucht die Frage auf, ob Anis Amri womöglich als Verbindungsmann dienen sollte, die Geheimdienste ihre schützende Hand über ihn gehalten haben, um andere islamistische Gefährder aufzuspüren.

Der Berliner Akten-Skandal gehört schnell und umfassend aufgeklärt. Sollten hier Ermittler erst tödliche Fehler begangen und dann Akten manipuliert haben, um dies zu verbergen, wäre eine weitere neue kriminelle Dimension erreicht und würde das Vertrauen in den Rechtsstaat untergraben.

Doch darf die Affäre nicht davon ablenken, dass es im Fall Amri auf verschiedensten Ebenen der föderalen Sicherheitsarchitektur multiples Versagen gegeben hat. Dies gilt für die Ermittlungsbehörden wie für die politisch Verantwortlichen. Die jüngsten Vorwürfe und Enthüllungen sollten auch als Mahnung betrachtet werden, auf der einen Seite weiter aufzuklären und auf der anderen Seite wirklich alle notwendigen und denkbaren Konsequenzen zu ziehen, damit sich eine solche Kette des Versagens nicht wiederholen kann.

Schließlich gibt es noch immer Hunderte von islamistischen Gefährdern in Deutschland, die im Visier der Sicherheitsbehörden sind, und eine wohl noch höhere Dunkelziffer.


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