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Neue Zuversicht

25.04.2016

Es wimmelt auf Plakaten und Hemden nur so von Anglizismen. Dabei tagt die Partei nicht in London, sondern in Berlin: Die FDP wirbt für „German Mut“, „Digital first, Bedenken second“ und ruft auf ihrem Parteitag kurzerhand die „Beta Republik Deutschland“ aus. Was den einen oder anderen „Handwerksmeister aus dem Sauerland“, um den die Partei neuerdings wieder verstärkt wirbt, ins Grübeln bringen dürfte, ist Teil des aktuellen Auftritts der Liberalen.

Der Parteitag markiert zugleich den Abschied von Parteiheroen der Vergangenheit: Hans Dietrich Genscher und Guido Westerwelle sind verstorben, Rainer Brüderle, Dirk Niebel und der restliche Parteivorstand mussten nach der krachenden Wahlniederlage 2013 ihre Büros im Bundestag und die Stühle im Parteivorstand räumen. Die Liberalen standen am Abgrund.

Mit der Wahl von Christian Lindner zum Parteivorsitzenden begann eine schonungslose Aufarbeitung der schweren Fehler, die zum Absturz in der Wählergunst führten. Die Partei, folgt man dem Parteitag vom Wochenende, hat ihre Lektion gelernt. Statt großer Töne und kleinmütiger Umsetzungsversuche sollen nun realistische Positionen und glaubwürdige Politiker den Aufstieg sichern. Immerhin ist mit der FDP wieder zu rechnen, wie die letzten fünf Landtagswahlen zeigten.

Geht es nach dem Parteichef, dann ist die Rückkehr in den Bundestag mehr als Wunschdenken. Die Partei hat sich zwar nicht neu erfunden, aber generalüberholt. Das soll auch der dem Handbuch für Unternehmensberater entnommene Werbe-Sprech signalisieren. Doch damit allein sind keine Massen zu mobilisieren. Das Rentenkonzept dagegen ist mehr als nur der gebetsmühlenartig wiederholte Satz „Die Rente ist sicher“. Es berücksichtigt die Schwere der Arbeit, die Länge der Beschäftigung und die Bereitschaft zur Selbstvorsorge. Zu Recht setzt die FDP auf staatliche Beschleunigung bei der Digitalisierung.

Dem Vorsitzenden muss es nun nur noch gelingen, den Eindruck einer neuen Ein-Mann-Partei zu zerstreuen und den Teamgeist an der Spitze zu demonstrieren, dann darf sich die Partei tatsächlich Hoffnungen machen.


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Lars Reckermann Chefredakteur / Chefredaktion
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