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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Politkosmetik

15.03.2016

Kaum waren die Ergebnisse der drei Landtagswahlen da, schlug die Stunde der Ergebnis-Kosmetiker. Die Aufgabe dieser im angelsächsischen Raum „Spin-Doctor“ genannten politischen Spezies ist es, einem Ergebnis den richtigen Dreh zu geben. Man darf davon ausgehen, dass in Deutschland noch nach keiner Wahl derartig bizarre Verrenkungen vollführt wurden, um Niederlagen umzudeuten, Erfolge hochzujazzen und alle Arten von schwärzesten Teufeln an jede verfügbare Wand zu malen. Das betrifft alle Parteien und lädt zum Fremdschämen ein.

Die Sozialdemokraten klammerten sich schon am Wahlabend wie Ertrinkende an die pfälzische Spitzenkandidatin Malu Dreyer. Da waren die Kernschmelzen der SPD in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg bald nur noch Randereignisse. Gleiches Bild bei den Grünen: Die feierten ihren Superstar Winfried Kretschmann, als gäbe es kein Morgen – und stürzten doch in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz brutal ab. Fazit: Hätten SPD und Grüne nicht Dreyer und Kretschmann, wären ihnen die Schleier zur Bemäntelung einer fatalen Entwicklung in der Wählergunst abhanden gekommen.

Dann ist da die AfD. Jörg Meuthen, Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, sieht seine Partei schon als „feste parlamentarische Größe“. Geht’s noch? Die Hellblauen müssen erst beweisen, dass sie Parlament können. Zudem machen drei Wahlerfolge sicher noch keine feste politische Größe. Die Linkspartei sieht unterdessen das Vierte Reich nahe. Schon in der Berliner Runde im ZDF biederte sich Geschäftsführer Matthias Höhn bei seinen Kollegen im Sinne einer antifaschistischen Einheitsfront gegen die AfD an. Angesichts der enttäuschenden Ergebnisse der Linkspartei war das so durchschaubar, wie es ahistorisch ist.

Am dollsten versuchte jedoch die Union, ihre Krise zu tarnen. Das gab’s wohl noch nie, dass eine stellvertretende CDU-Parteivorsitzende die Wähler anderer Parteien in Anspruch nahm, um zu verkünden, eine Mehrheit habe doch eigentlich für CDU-Politik gestimmt, man könne also in Sachen Asyl so weitermachen wie bisher. Es sind nun genau solche Volten, es ist genau dieses „Weiter so!“, die wie ein Konjunkturprogramm für die AfD wirken.


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Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Politikredaktion
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