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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Reflexartig

01.07.2014

Der 9. November 1989 lag erst einige Wochen zurück, die Wiedervereinigung nahm allenfalls schemenhaft Konturen an und niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass kaum ein Jahr bis zum feierlichen Beitrittsakt der damaligen DDR zur Bundesrepublik Deutschland verstreichen würde. Und doch begann bereits eine Debatte über die Rolle der Bundeswehr in einem künftigen vereinten Deutschland. Auslandseinsätze im Rahmen internationaler Friedensmissionen, bis dahin nicht nur im Inland ein Tabu, schienen nach Ende der Spaltung Europas plötzlich wieder vorstellbar.

Eine deutliche Mehrheit der Landsleute in Ost und West hatte sich mit der Beobachterrolle der Deutschen bei Konflikten angefreundet und lehnte militärische Beteiligungen ab – beim US-Feldzug gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein sicher eine nachvollziehbare Entscheidung.

Die Parole der Deutschen lautete: Gelegentliche logistische Unterstützung ja, Kampfeinsätze nein. Im Rückblick eine auf Dauer unhaltbare, unseren Alliierten schwer zu vermittelnde Position. Spätestens die von Rot/Grün und Kanzler Gerhard Schröder durchgewunkenen Bombereinsätze zur Beilegung des Balkan-Krieges beendeten im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts die Sonderrolle Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.

Eine ähnliche Debatte steht unmittelbar bevor. Ausgelöst von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die ihre Soldaten mit Aufklärungs- und Kampfdrohnen ausrüsten will. Reflexartig argumentiert die politische Linke gegen die geplante Modernisierung der Bundeswehr. Die Einsätze vom heimischen Computer aus, der Abschuss von Raketen mit Hilfe des Joysticks – das ist heute technische Realität. Noch unbewiesen ist dagegen die Behauptung, damit sinke die Schwelle zu Kriegseinsätzen.

Wer aber den Streitkräften moderne Waffentechnologie und damit bestmöglichen Schutz verweigert, stellt die Bundeswehr insgesamt zur Disposition. Die Behauptung erscheint nicht zu gewagt, dass womöglich dies der Grund für die Ablehnung dieser Technik in Teilen unserer Gesellschaft ist. Doch die Drohnen werden kommen wie vor 25 Jahren die ersten Auslandseinsätze deutscher Einheiten.


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Lars Reckermann Chefredakteur / Chefredaktion
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