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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Signal an Europa

17.06.2019

Der spanische Philosoph George Santayana hat der Nachwelt diese Warnung hinterlassen: „Ein Volk, das sich seiner Geschichte nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie erneut durchleben zu müssen.“ Er starb 1952, ein Jahr vor dem sogenannten Arbeiteraufstand in der DDR am 17. Juni 1953.

Die anfängliche Empörung über die gewaltsame Niederschlagung der Proteste durch sowjetische und ostdeutsche Soldaten wurde in den folgenden Jahrzehnten von westdeutschen Politikern mit Sonntagsreden über das unteilbare Deutschland garniert und von den Menschen in der Bundesrepublik als Feiertag bei Sommerwetter begrüßt. Die fortschreitende Zeit ließ ordentlich Gras über das letzte Aufbäumen der Freiheitsliebenden „von Drüben“ wachsen.

Durch den Fall der Mauer Ende 1989 und der Vereinigung der deutschen Staaten im Folgejahr traten weitere Termine der Erinnerung in Konkurrenz, wonach der 17. Juni in der Bevölkerung vollends in Vergessenheit geriet. Bei genauer Betrachtung wurde der 3. Oktober 1990 zu einem Feiertag nach Aktenlage, weil damals der Einigungsvertrag in Kraft trat. Für viele Historiker war es eine falsche, weil unangemessene Entscheidung der Bonner Republik.

Dabei taugt der 17. Juni 1953 in der Nachbetrachtung als Tag europäischer Dimension. Das Aufbegehren der ostdeutschen Arbeiter befeuerte den Wunsch nach politischen und wirtschaftlichen Veränderungen in den sozialistischen Nachbarstaaten, was sich auch in den Aufständen in Ungarn 1956, in der Tschechoslowakei 1968 und in Polen 1981 äußerte. Dieser historische Aufstand gegen die Politik der Unfreiheit wirkt weiterhin als starkes politisches Signal.


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Oliver Schulz Redakteur / Kulturredaktion
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