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Eine Welt ohne Atomwaffen? Es bleibt eine wichtige Vision, die allerdings noch viel Arbeit erfordert. Selten hat die Gefahr eines Nuklearkriegs die Welt so sehr in Atem gehalten wie in den vergangenen Wochen und Monaten angesichts des fortgesetzten Säbelrasselns zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten. Das Komitee in Oslo hat mit der Entscheidung über den diesjährigen Friedensnobelpreis deshalb ein wichtiges politisches Signal gesetzt. Mit der Auszeichnung wird das beharrliche Eintreten der Kampagnen-Organisation Ican für ein weltweites Atomwaffenverbot gewürdigt. Der entsprechende UN-Vertrag liegt vor, ausgehandelt von 122 Nationen, unterschrieben von rund 50, nicht aber von den Atommächten und den meisten Nato-Staaten, darunter Deutschland. Wenn die Preisverleihung die Atommächte und ihre Verbündeten unter Zugzwang setzt und zu einer neuen Runde von Abrüstungsgesprächen bringt, hätte sie eine Menge erreicht.

Doch da ist Skepsis angesagt. Die Botschaft aus Oslo könnte schon bald wieder verpufft sein. Will US-Präsident Donald Trump doch das Atom-Abkommen mit Iran aufkündigen und damit ein Signal genau in die entgegengesetzte Richtung aussenden. Dabei sind internationale Verträge der Königsweg zu einer Welt ohne Atomwaffen. Es wäre deshalb an den Europäern, insbesondere an Deutschland, Alleingänge Trumps ins Leere laufen zu lassen und diplomatischen Druck auf die Atommächte zu erzeugen, damit sie endlich einmal über den Abbau der Arsenale sprechen statt sie weiter zu modernisieren. Die Entscheidung des Nobelkomitees zu loben und dann wieder die Hände in den Schoß zu legen, ist jedenfalls nicht überzeugend.


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