• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Spannender Zeuge

07.03.2013

Nun steht es fest: Der ehemalige Sprecher und enge Vertraute von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, muss sich vor einem Gericht gegen den üblen Vorwurf der Bestechlichkeit wehren. Nach Meinung der Ermittler sind die zahlreichen kostenlosen Ferienaufenthalte im sonnigen Süden Frankreichs und Spaniens mit 19 Flügen zum Nulltarif nicht Ausdruck einer lange währenden Männerfreundschaft zwischen Glaeseker und dem Partymanager Manfred Schmidt, sondern der unwiderlegbare Beweis für die Käuflichkeit eines Staatsdieners.

Es bleibt abzuwarten, ob die Erklärungen des langjährigen Wulff-Intimus, es handele sich lediglich um Freundschaftsdienste auf Gegenseitigkeit, das Gericht überzeugen. Merkwürdig ist, dass Glaeseker bis heute noch nicht vernommen wurde.

Immerhin profitierte der ebenfalls angeklagte Schmidt beträchtlich von dem sogenannten Nord-Süd-Dialog, um dessen Zustandekommen sich der Männerfreund aus der niedersächsischen Staatskanzlei und ehemalige Journalist intensiv bemühte. Das Treffen von Repräsentanten Niedersachsens und Baden-Württembergs fand dreimal statt und war nach Aussagen von Teilnehmern nicht viel mehr als eine Party mit geladenen Gästen. Schmidt soll dabei einen Gewinn von rund einer Million Euro gemacht haben.

Spannend und aufschlussreich dürfte die Aussage eines Zeugen sein, der weder von der Freundschaft der beiden Männer noch von den Gratisreisen gewusst haben will: Christian Wulff wird um einen Auftritt als Zeuge wohl nicht herumkommen.

Obwohl der Ex-Präsident und sein ehemaliger Sprecher auch nach dem Rücktritt Wulffs noch persönlichen Kontakt hatten, gilt das Verhältnis inzwischen als stark abgekühlt. Dazu beigetragen haben sollen die Äußerungen Wulffs vor dem auch gegen ihn ermittelnden Staatsanwalt in Hannover, er habe von den kostenlosen Urlaubsreisen nichts gewusst. Zeugen nennen diese Behauptung unglaubwürdig, weil selbst Wulffs erste Frau Ferientage in einem der Schmidt-Häuser verbracht haben soll.

Es geht im Glaeseker-Prozess auch um die Glaubwürdigkeit des ehemaligen Landesvaters und Bundespräsidenten.


Den Autor erreichen Sie unter 
Lars Reckermann Chefredakteur / Chefredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2000
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.