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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Streiten dürfen

03.05.2018

Heute ist der Tag der Pressefreiheit. Da wird dann gern in Richtung Nordkorea oder Eritrea gezeigt. Mich treibt indes etwas anderes um. Wie steht es mit der Pressefreiheit in den Lokalredaktionen? Fast jeder Meinungsbeitrag in unserer Zeitung löst inzwischen einen Kulturkampf aus. Windenergie, Wolf, Flüchtlinge, neue Autobahnen, die Bahn, neue Baugebiete, ja sogar Sportergebnisse. Viele Leser haben meist sofort eine Meinung zu diesen Themen. Es vergeht kein Tag, an dem Journalisten nicht für ihre Meinung oder ihre Berichterstattung beschimpft werden. Auch in vielen Leserbriefen herrscht oft eine, sagen wir mal … derbe Ausdrucksweise. Aber: Ja, das gehört, nein das ist unsere Pressefreiheit.

Wir dürfen uns die Meinung sagen. Wir dürfen öffentlich streiten. Journalisten müssen anecken und notfalls auch unbequeme Wahrheiten aufschreiben. Dass wir alle Meinungen zu einem Thema, jeden Streit und jede kontroverse Diskussion in den Zeitungen abbilden und dem Leser dadurch ermöglichen, sich eine eigene Meinung zu bilden, zeigt die Bedeutung der Pressefreiheit.

Zuweilen drohen Funktionsträger der Zeitung mit Liebesentzug, also der Abbestellung. Wer kritisch berichtet, wird nicht selten als Nestbeschmutzer bezeichnet. Wobei eine kritische Berichterstattung meist diejenige ist, die nicht die eigene Meinung wiedergibt. Wir lernen gerade, dass Demokratie anstrengend ist – Pressefreiheit auch. Ja, wir Journalisten sind nicht fehlerfrei und werden dafür zu Recht kritisiert. Auch das ist Pressefreiheit.


Den Autor erreichen Sie unter 
Lars Reckermann
Chefredakteur
Chefredaktion
Tel:
0441 9988 2000

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