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Zwei Stürme fegten innerhalb weniger Tage über Nordwest-Deutschland hinweg – und jedes Mal brach der Bahnverkehr zusammen.

Es fällt schwer zu glauben, dass daran nur der Sturm schuld ist, der hier an der Nordsee-Küste zum Herbst- und Winteralltag gehört. Vielmehr scheinen die Deutsche Bahn und ihre hundertprozentige Tochter DB Netz die Infrastruktur zu vernachlässigen. Wenn der Bewuchs an Bahnstrecken nicht gepflegt und ausreichend zurückgeschnitten wird, steigt die Gefahr, dass Bäume auf Gleise und Oberleitungen stürzen.

Natürlich ist das aufwendig. Doch Bahnfahren ist in Deutschland kein Freizeitspaß und auch kein Schnäppchen. Die Menschen sollen die Bahn nutzen, um Straßen und Umwelt zu entlasten. Dann muss das System aber auch funktionieren. Wenn Bahnpendler nicht wissen, wie sie zur Arbeit kommen, und Reisende irgendwo im Nirgendwo stranden, konterkariert das den Anspruch der Bahn, Vorreiter bei zukunftsweisenden Mobilitätskonzepten zu sein.

Wo wir bei einem zweiten Problem sind: In Zeiten digitaler Vernetzung und Kommunikation schaffte es die Bahn auch jetzt wieder nicht, ihre Kunden angemessen über Zugausfälle und Ersatzangebote zu informieren. Dass sie nach dem „Xavier“-Chaos diesmal angesichts von Sturm „Herwart“ den Bahnverkehr offenbar vorsorglich eingestellt hat, um nicht die Kontrolle zu verlieren, macht die Sache nicht besser.

Wenn Bürger bei Unwettern von der Bahn in Autos und Busse umsteigen müssen, um sicher ans Ziel zu kommen, dann läuft etwas falsch im deutschen Verkehrssystem.


Den Autor erreichen Sie unter 
Ulrich Schönborn
Chef vom Dienst
Chefredaktion
Tel:
0441 9988 2004

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Deutsche Bahn | DB Netz

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