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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Wählen gehen!

25.05.2019

Kommentare benötigen Zeit. Sie sollten wohldurchdacht sein. Bei mir ist es so, dass ich an manchen Kommentaren stundenlang sitze. Manche Kommentare fließen quasi aus mir heraus. Der heutige Kommentar ist oder besser
„wäre“ eher von der schnellen Sorte. Die Kernaussage besteht nur aus zwei Wörtern und einem Satzzeichen:

Wählen gehen!

Um die freundliche Variante noch einzubringen, ergänze ich die Kernaussage gern um zwei weitere Wörter:

Bitte gehen Sie wählen!

So, das war’s. Mehr habe ich nicht zu sagen. Ich will Sie auch nicht damit langweilen, dass die Wahlbeteiligung zum Wesen der Demokratie gehört, dass Menschen heute noch ihr Leben dafür riskieren, um frei und geheim wählen zu dürfen. Das ist Ihnen bestens bekannt.

Ich will Sie ebenso wenig damit langweilen, dass ich bis heute keine Wahl ausgelassen habe. Aber wo Sie mir gerade so nett Ihre Augen leihen … Meine erste Wahl war auch eine Europawahl. Das war im Jahre 1989. Gewählt wurde in meiner alten Grundschule. Ich glaube, ich trug einen Anzug, weil meine Großmutter meinte, das gehört sich so. Damals gingen wir noch geschlossen als Familie zur Wahl. Ich fand das etwas peinlich, weil meine Oma den ganzen Weg zur Schule (und auch im Wahllokal) immer laut sagte, welche Partei sie gleich wählt, weil Opa und sie immer diese Partei gewählt hätten. Gewählt wurde im Familienverbund nach Hierarchie. Erst die Oma (mein Opa lebte nicht mehr), dann der Vater, dann die Mutter, dann der Junge. Als ich in die Wahlkabine trat, rief mein Vater, nein – er brüllte förmlich: „Vierte von oben, Du musst bei der Partei, die als Vierte von oben steht, Dein Kreuz machen!“ Ich hörte noch, wie er den Wahlhelfern erklärte, es sei ja meine erste Wahl. Jetzt war es mir nicht nur etwas peinlich, sondern richtig peinlich. Ich wartete noch in der aufgeklappten Wahlkabine, bis mein Gesicht nicht mehr die Farbe der Partei hatte, der meine Oma für alle hörbar ihre Stimme gab. Dann ging ich mit meinem Vater zum Frühschoppen. Gott, war ich stolz. Was ich aber eigentlich nur sagen wollte: Bitte gehen Sie wählen!


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Lars Reckermann Chefredakteur / Chefredaktion
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