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Bei der Deutschen Bahn läuft naturgemäß alles nach einem Fahrplan. So war es auch an der Vorstandsspitze vorgesehen. Doch bei der Aufsichtsratssitzung am Montag kam es ganz anders. Der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube wurde – anders als monatelang erwartet – nicht verlängert. Statt des Aufsichtsrates wurde der Bahnchef selbst bei der Sitzung zum Akteur – und trat mit sofortiger Wirkung zurück.

Irgendetwas muss schiefgelaufen sein. Einflussreiche Kreise stellten die Weichen unerwartet. Sie gewährten Grube für eine nächste Amtsperiode nicht das, was er gefordert hatte, und sie nörgelten wohl arg an ihm herum.

Das ist schade. Denn der im persönlichen Umgang angenehm zurückhaltende Grube war gut für die Bahn. Gerade hatte er eine großangelegte Initiative ins Rollen gebracht, die Qualität, Kundenzahl und Ergebnis bei dem bedrängten Schienenbetrieb deutlich verbessern sollte. Er stellte manche Weiche richtig. Und der sensible Grube nahm die Probleme ernst. Er scheute sich nicht, sehr regelmäßig mit unzufriedenen Kunden zu telefonieren.

Das ist jetzt Geschichte. Der Bahnchef wurde offenbar im Aufsichtsrat von einflussreichen Mitgliedern mehr kritisiert, als er es hinnehmen konnte. Das sieht ganz nach einer Kurzschluss-Reaktion aus. Was ihn vermutlich unterschwellig genervt hat: Die Kreise, die ihn letztlich absägten, hätten sich mit ihrem Einfluss besser all die Jahre dafür eingesetzt, dass die Bahn endlich materiell angemessen ausstaffiert wird – damit sie ihre chronischen Probleme im Verkehrsmarkt und in der Bilanz nachhaltig angehen kann.

Man darf gespannt sein, wen die Bundesregierung nun als Nachfolger aus dem Hut zaubern wird. Ob sich Ronald Pofalla, der frühere Politiker im Bahnvorstand, für das Amt des DB-Chefs schon warmläuft? Hoffentlich wird nun erst einmal ernsthaft gesucht.


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