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Zwangsbeglückung

06.08.2013

Nun also auch noch das Kantinenessen: Die Grünen fordern einen festen Vegetariertag und machen damit ihrem Ruf als Bevormundungspartei wieder einmal alle Ehre. Sogar konkrete Vorstellungen gibt es schon. Donnerstags soll es nur noch fleischloses Essen geben. Guten Appetit.

Grundsätzlich ist gegen vegetarisches Essen natürlich nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil. Es mag gesund sein, für kulinarische Abwechslung sorgen und Tierliebe dokumentieren. Wer fleischlos essen will, soll das tun – und hat dazu schon jetzt auch in deutschen Kantinen und Mensen die Möglichkeit. Es ist längst üblich, im täglichen Menüplan neben Sauerbraten, Hähnchenbrust und Fischfilet vegetarische Gerichte anzubieten. Da sind die geschäftstüchtigen Kantinenwirte schon viel weiter als die Grünen.

Noch hat man als Gast und als Wirt die Wahl, und das sollte auch so bleiben. Die Forderung der Grünen nach einem „Veggie-Day“ (ein Verbot von Anglizismen wurde bislang noch nicht diskutiert), steht für jene Zwangsbeglückung, die in Deutschland immer mehr um sich greift und von den Grünen mit dem anmaßenden Anspruch moralischer Überlegenheit vorangetrieben wird. Vom Plastiktüten- und Heizpilzverbot über autofreie Tage und ideologisch motivierte Tempolimits bis zum heiß umstrittenen Rauchverbot reicht das Ideenspektrum. Letzteres kann man zumindest noch mit dem Schutz der Nichtraucher rechtfertigen. Wenn einer in der Kantine eine Frikadelle isst, ist für den Vegetarier am Nachbartisch indes keine Gefahr im Verzuge.

Die immer wieder auftretenden Missstände in der Fleischindustrie mit ausbeuterischen Werkverträgen, falsch deklarierter Ware und fragwürdigen Tierhaltungs-, Transport- und Schlachtmethoden sind sicherlich gute Gründe, über die Mechanismen der Fleischproduktion
und vielleicht auch den eigenen Fleischkonsum nachzudenken.

Der mündige Bürger kann das aber ohne grüne Gängelei. Mit Vorstößen wie dem Vegetariertag sprechen die Grünen den Bürgern allerdings ab, mündig zu sein.


Den Autor erreichen Sie unter 
Ulrich Schönborn stv. Chefredakteur / Chefredaktion
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