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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Meinung

Zwangsehe

24.07.2013

Wenn jemand zum Marktführer aufsteigt, ist das oftmals für die Beteiligten ein Grund, in Euphorie zu verfallen. Nicht so bei O2 und E-Plus. Zwar würden die beiden Mobilfunkanbieter durch den geplanten Zusammenschluss die Deutsche Telekom von der Spitze am deutschen Mobilfunkmarkt verdrängen. Doch statt Freude über ein Meisterstück regiert Nüchternheit in den Statements der beiden Konzerne. Die angedachte Fusion gleicht eher einer Zwangsehe denn einer Liebesheirat.

Und in der Tat kommt der Zusammenschluss eher einer letzten Rettung gleich. In einem ohnehin hart umkämpften Markt standen die bisherige Nummer drei und vier am deutschen Mobilfunkmarkt besonders unter Druck.

Einerseits muss die gesamte Branche in den kommenden Jahren enorm in den Netzausbau und den Erwerb von Mobilfunkfrequenzen investieren. Gerade E-Plus und O2 dürfte das allein schwerfallen, ächzen doch ihre Mutterkonzerne KPN und Telefonica unter enormen Schuldenbergen. Andererseits ist das Wachstumspotenzial begrenzt. Der deutsche Mobilfunkmarkt ist – insbesondere im niederpreisigen Segment – weitgehend gesättigt. Der Preiskampf ist hart, die Margen gering. Neben den bisher vier großen Anbietern mit eigenen Netzen buhlen auch etliche kleinere Unternehmen um Kunden.

Zunehmend ungemütlich dürfte es auch für den bisherigen Platzhirschen, die Deutsche Telekom, werden. Erst die Attacke von Vodafone, die sich den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland einverleiben wollen, und damit den Rosa Riesen im Internet- und Festnetzgeschäft herausfordern. Und nun folgt der – aus der Not geborene – Angriff von E-Plus und O2 im Mobilfunkgeschäft. Der einstige Staatskonzern wird sich neue Wege suchen müssen, um die Marktführerschaft wieder zurückzuerobern.

Größte Verlierer könnten langfristig aber – wieder einmal – die Kunden sein. Man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um vorauszusagen, dass der Wettbewerbsdruck nachlassen wird, wenn es nur noch drei statt vier Netzbetreiber im Mobilfunk gibt. Der Preiskampf, von dem die Kunden bisher stark profitiert haben, dürfte an Schärfe verlieren. Wirklich kein Grund, in Euphorie zu verfallen.


Den Autor erreichen Sie unter 
Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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