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Die europäische Verteidigungsunion hat einen prominenten Geburtshelfer in Washington: Donald Trump. Nichts beschleunigte die Pläne der Europäer, ihre Sicherheit in die eigenen Hände zu nehmen, so sehr wie der neue amerikanische Egoismus unter diesem US-Präsidenten. Sicherlich gab es auch schon vorher die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie Pläne, Absichtserklärungen und länderübergreifende Truppen-Verbände. Aber selbst im Ernstfall zog die Gemeinschaft nicht an einem Strang, sondern reagierte wie eine in nationale Eigenheiten zersplitterte Union. Ob das mit der Verteidigungsunion Pes­co besser wird?

Dass dies tatsächlich funktionieren könnte, liegt ausgerechnet am zweiten „Vater“ dieser Idee: Wladimir Putin. Vor allem im Baltikum und im Osten der Union hat Russland mit seiner Politik auf der Krim und in der Ostukraine zum Verlust von Sicherheit beigetragen – so ungern dies auch hierzulande viele hören mögen. Große Teile der Europäischen Union fühlen sich von Moskau bedrängt und von Washington verlassen.

Nun macht sich Europa auf den Weg, selbst für seine Sicherheit zu sorgen. Schlagkräftiger will sie dabei werden. Dies ist auch nötig. Denn der rüstungspolitische Irrsinn innerhalb der Mitgliedstaaten war kaum mehr zu überbieten. Unterschiedliche Wehrtechnik, die nicht austauschbar ist. Jedes Land verfügt über eigene logistische Strukturen und Sanitätskapazitäten. Neue Waffensysteme verschlingen Unsummen. In anderen Branchen gehört die gemeinsame Grundlagenforschung längst zum Alltag, die Truppen sind davon weit entfernt. Solche konkreten Projekte sind wichtig, weil sie sich auszahlen. Aber sich daran festzuhalten, übersieht das eigentliche politische Signal des Vorhabens. Die im Sog des Brexit verunsicherte EU brauchte ein identitätsstiftendes Projekt, ein Ziel, das alle vereint.


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